Die Ribbecks sind wieder in Ribbeck
Die Nachfahren des „alten Ribbeck“ haben der berühmten Birne in dem kleinen Ort im Havelland zu einer Renaissance verholfen.
Theodor Fontanes berühmte Birnengeschichte
In Ribbeck im Havelland sagen sich Fuchs und Hase noch Gute Nacht. Hier ereignete sich Ende des 19. Jahrhundert Theodor Fontanes berühmte Birnengeschichte. Vor Ort hat sich jedoch nach vier Jahrzehnten DDR kaum noch jemand an das Gedicht vom Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland erinnern können.
Und erst recht nicht an die Gutsherrengeneration derer von Ribbeck, die sich anschickte, nach dem Fall der Mauer an ihren angestammten Platz zurückzukehren. Drei Generationen machten sich unversehens daran, das alte Gut mit neuem Leben zu füllen und die alte Familientradition wieder zu kultivieren.
Alles Birne!
Den Birnbaum und seinen alten Patron gab es wirklich. Doch der Zauber vergangener Zeiten ist längst der heutigen Wirklichkeit gewichen, den „alten Ribbeck“, das Doppeldachhaus und den Birnbaum gibt es längst nicht mehr.
Ganz getreu der literarischen Vorlage pflanzte deshalb Friedrich-Carl von Ribbeck, Enkel des letzten Gutsherrn Hans von Ribbeck, 1996 nicht weniger als 1000 Birnbäume der Sorte Williams Christ an.
Seit 1998 residieren die Nachfahren derer von Ribbeck wieder dort, wo sie erstmals 1237 urkundlich erwähnt wurden. Seit Juli 2009 ist auch Schloss Ribbeck wieder eröffnet worden und beherbergt jetzt ein Standesamt, ein Museum, wechselnde Ausstellungen, eine Gastronomie und einen Veranstaltungssaal.
Auch der kleine Ort mit seinen knapp 400 Einwohnern steht wieder ganz im Zeichen der Birne. Und die vielen Birnen, die nicht verschenkt und gegessen werden, geben heute vor allem verschiedenen Essigsorten das Aroma und fließen in den Birnenbrand und Birnenlikör, die nach den Vorstellungen Ribbecks im Elsass produziert werden.
„In Ribbeck bekommt wieder jedes Kind eine Birne“, sagt Gutsherr Friedrich-Carl von Ribbeck aus Ribbeck. Aber nicht nur die. Hin und wieder kommen Besucher nach Ribbeck, mit Reisebussen, die hier eine Pause machen, aber auch individuell, um im Hofladen der Ribbecks Birnenessig, Birnenbalsam oder einen der Williamsbrände zu probieren.
Und wer nicht direkt vorbeikommen kann: Das Sortiment lässt sich auch im Internet studieren – und bestellen.
Informationen
Friedrich von Ribbeck
Am Birnbaum 25, 14641 Ribbeck OT von Nauen
Tel. 033237/889 01, www.vonribbeck.de