
Foto: Jan-Peter Westermann
Flatterhafte Gesellschaft
Huhn, Ente und Gans überzeugen durch zartes Fleisch und Vielseitigkeit. Sie sind die ideale Grundlage für Gerichte mit asiatischer Raffinesse und französischem Flair.
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Mancher gibt sich viel Müh’ mit dem lieben Federvieh; einesteils der Eier wegen, welche diese Vögel legen; zweitens, weil man dann und wann einen Braten essen kann; drittens aber nimmt man auch ihre Federn zum Gebrauch.“ Diese weisen Worte des Dichters Wilhelm Busch spiegeln das innige Verhältnis von Mensch und Geflügel wider.
Die wunderbare Beziehung zu Huhn, Ente und Gans besteht seit etwa 4000 Jahren. Die Inder beispielsweise hielten sich zahme Hühner zunächst eher als heilige Tiere und Glücksbringer. Doch die kulinarischen Qualitäten der Tiere blieben nicht lange unentdeckt, denn das helle, zarte Fleisch passt wunderbar zu den zahlreichen indischen Gewürzen. Inzwischen haben Hühner die ganze Welt erobert und sind treue Begleiter der Menschen geworden.
Die Europäer bevorzugten lange Zeit Gänse und Enten. Obwohl das Fleisch dunkler und kräftiger ist, liebten Römer und Griechen Gänse. Besonders deren Leber hatte es den antiken Feinschmeckern angetan. Ihre hauchfeine Konsistenz lässt sich zu zartschmelzenden Terrinen und Pasteten verarbeiten. Aromatisiert mit den würzigen Kräutern des Mittelmeers, sind sie eine unwiderstehliche Delikatesse. Manche Dinge ändern sich zum Glück nicht.
Die Ente ist der flatterhafte Star des Trios. Bereits als Wildvogel war sie wegen ihres feinwürzigen Fleisches beliebt. Kräftige Gewürze unterstreichen den dezenten Eigengeschmack des Federviehs. Geflügelgerichte avancierten zum Inbegriff von Luxus und gutem Leben und wurden Statussymbol für Adel und wohlhabendes Bürgertum.
Einkaufstipps
Geflügel möglichst frisch kaufen. Bei gefrorenem Geflügel entstehen oft Qualitätsmängel durch überfüllte Gefriertruhen, nicht eingehaltene Mindesttemperaturen und Unterbrechung der Kühlkette. Ware mit Gefrierbrand, erkennbar an der sichtbaren Schneebildung, nicht kaufen! Das Fleisch sollte sich fest anfühlen und keinen unangenehmen Geruch aufweisen. Die Haut sollte möglichst hell und ohne Verletzungen sein.
Zubereitungstipps
Vor dem Braten, Grillen oder Schmoren des ganzen Tieres sollte alles sichtbare Fett entfernt werden. Nach dem Waschen unter warmem Wasser alles trocken tupfen, würzen und anschließend dressieren, d. h. alle abstehenden Teile (Flügel und Beine) mit Küchengarn möglichst eng am Körper befestigen. Wichtig ist, dass das Fleisch gut durchgegart wird, d. h. mindestens zehn Minuten lang eine Kerntemperatur von 80–90° C aufweist.
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