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KÜCHENPRAXIS
Rund um den kleinen Kuchen ranken sich viele Legenden. Eins ist jedoch gewiss: Er ist stets gut in Form.
Foto: Ideenkoch - Fotolia.com
Gugelhupf
Rund um den kleinen Kuchen ranken sich viele Legenden. Eins ist jedoch gewiss: Er ist stets gut in Form.


Fast jeder kennt und liebt ihn, den saftigen Kuchen, gebacken in der unverwechselbaren Form. Doch abgesehen von dieser ist vieles rund um den Gugelhupf uneindeutig. Schon bei der Frage nach seiner Herkunft stößt man auf mehrere Ansätze. Vorläufer des heutigen Gugelhupfs gab es offenbar schon in der Römerzeit, was die weite Verbreitung erklärt.

Die Spur verliert sich dann bis ins 15. Jahrhundert, in dem erstmals wieder Rezepte belegt sind. Zu dieser Zeit galt das traditionsreiche Gebäck eher als „Arme-Leute-Kuchen“, da seine einfachen Grundzutaten – Eier, Butter, Mehl, Hefe, Milch und Honig zum Süßen – selbst den Bauern zur Verfügung standen.

In der Biedermeierzeit im 19. Jahrhundert erlebte der Gugelhupf eine wahre Renaissance und trat von Wien aus seinen Triumphzug durch zahlreiche Länder an. Zu verdanken hat er dies unter anderem Kaiser Franz Joseph I., der sich den Kuchen zum Frühstück servieren ließ und ihn angeblich so auch im Bürgertum populär machte.

Ob der Gugelhupf, so wie wir ihn heute kennen, ursprünglich aus Österreich oder Frankreich kommt, darum ranken sich viele Legenden. Eine davon besagt, die Erzherzogin von Österreich und Königin von Frankreich, Marie Antoinette, habe das süße Backwerk an den königlichen Hof von Versailles gebracht.

Eine andere Legende erzählt, dass die Heiligen Drei Könige auf ihrem Rückweg von Bethlehem das Elsass bereist hätten und dort sehr herzlich empfangen wurden. Zum Dank backten sie ihren Gastgebern einen Kuchen, den Gugelhupf. Im elsässischen Ribeauvillé findet deshalb alljährlich Anfang Juni die „Fête du Kougelhopf“ statt, ein Straßenfest ganz im Zeichen des Gugelhupfs.

Eng verwoben mit der Herkunft ist die Deutung der Form und die Bedeutung des Wortes „Gugelhupf“ selbst. Einige halten die klassische Kranzform mit geschwungenen Rippen und kaminartiger Öffnung in der Mitte für ein Sonnensymbol. Andere wiederum sehen in ihr ein Abbild der kugelförmigen Kopfbedeckungen der Marktfrauen im Mittelalter – daher der Name „cuculla“ („Gugl“), lateinisch für „Kapuze“. Glaubt man die Geschichte der drei weisen Konditoren aus dem Morgenland, erinnert die Form an ihren Turban.

Die simpelste aller Erklärungen ist wohl, dass der Teig beim Backen wie eine Kugel „aufhupft“, aufgeht. Ursache dafür ist die Hefe, die mit weiteren Zutaten den leckeren Gugelhupf-Teig ergibt. Je nach Region sind aber auch Rühr- oder Biskuitteige beliebt.

Der Rest ist Geschmackssache: Ob pur, bezuckert, mit Schokolade überzogen, mit Rum verfeinert oder von Rosinen und Mandeln durchzogen – der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt. Ungewöhnlich für einen echten Klassiker, aber äußerst gut.


Text: Kim Leclaire


Hier finden Sie ein Rezept für Joghurtgugelhupf mit Beeren.