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Käsekuchen
Der allerbeste Käsekuchen ist der von meiner Mutter, da sind sich alle einig – auch wenn jedes Rezept anders aussieht. Wie viel Quark und Frischkäse, Joghurt und Sahne er verträgt, ist Geschmackssache.
Schon während der ersten Olympischen Spiele, die 776 in Olympia im Nordwesten der griechischen Halbinsel Peloponnes ausgetragen wurden, reichte man den Athleten kleine Käseküchlein. Ein Rezept dafür ist leider nicht überliefert, und wir können nur Vermutungen darüber anstellen, wie sie wohl geschmeckt haben. Das älteste erhaltene Käsekuchenrezept stammt von Marcus Porcius Cato Censorius, genannt Cato der Ältere (234–149 v. Chr.), einem römischen Politiker mit besonderem Faible für gute Speisen und erlesene Weine. Er schrieb
u. a. Bücher über Geschichte, Landwirtschaft, Weinbau und das Kochen. In seinem Werk „De Agricultura“ findet sich ein Rezept für
libum, einen Käsekuchen aus zwei Pfund Käse, einem Pfund Mehl und einem Ei, die vermischt und langsam auf einem heißen Stein gebacken wurden.
Athenaios, ein griechischer Schriftsteller, gibt um 200 n. Chr. in seinem „Gastmahl der Gelehrten“ folgende Anweisungen für die Zubereitung eines Käsekuchens: „Nimm Käse und zerstampfe ihn, bis er weich und zähflüssig ist. Fülle den Käse in ein metallenes Sieb, füge Honig und Frühlingsweizenmehl hinzu. Die Masse erhitzen, abkühlen lassen und servieren.“
Etwa um 1000 n. Chr. überquerte der Käsekuchen als immer noch ziemlich kompakte Masse mit den römischen Heeren die Alpen und gelangte nach Nordeuropa und Großbritannien. Danach schien er eine lange Zeit aus den Rezeptbüchern verschwunden zu sein, denn erst im 17. Jahrhundert tauchte er wieder auf. Zum einen in den Rezeptsammlungen der europäischen Siedler in Nordamerika, zum anderen entdeckte ihn ein Koch des Kurfürsten von Heidelberg wieder.
Es gibt unendliche Varianten des Käsekuchens: So hat der typische amerikanische einen Boden aus Kekskrümeln. In der Schweiz und in Deutschland wird Mürbeteig verwendet. Typisch für den Schlesischen Käsekuchen sind die Streusel und der Boden aus Hefeteig. Eine besondere Zubereitungsart weist der Russische Zupfkuchen auf, eine Mischung aus Käse- und Schokoladenkuchen, bei der der Boden und die Wände aus einem Knetteig mit Kakaogeschmack bestehen. Der korsische
Fiadone hingegen ist ein Käsekuchen ohne Boden und wird mit
Brocciu, einem typischen Frischkäse der Insel, hergestellt. Es soll jedoch auch Menschen geben, für die ein Käsekuchen nur der Rahmen ist, den sie mit allerlei frischen Früchten füllen ...
Text: Rainer Meier
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