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STIPPVISITE
Eines der reizvollsten Bauwerke ist der Präsidentenpalast Casa Rosada.
Foto: PR
Buenos Aires
Eine Stadt aus Vierteln zusammengeschmiedet: Relikte ehemaliger Immigranten und Kaufleute. Barock, Art Nouveau, Moderne. Viel Abwechselung für Auge und Gaumen. Langeweile? Nie.



Sich nächtens im Tango wiegen, tagsüber durch die Stadtviertel bummeln: Buenos Aires begeistert, wobei man anfangs gar nicht recht weiß, warum. Ist es das viele Grün, das historische wie auch zeitgenössische Architektur umrankt?

Hier verschnörkelte Gebäude im Pariser Haussmann-Stil, dort Glas-und Stahlkästen oder banale Sechziger-Jahre-Hochhäuser: Wirklich schön ist die Metropole am Río de la Plata nicht. Sie besitzt jedoch in den alten Barrios südeuropäischer Immigranten und reicher Kaufleute wie La Boca, San Telmo, Recoleta oder Palermo einen wunderbaren Charme, gepaart mit lateinamerikanischer Lebenslust.

Wobei nicht zu verleugnen ist, dass von 11,5 Millionen Einwohnern fast jeder zweite unter der Armutsgrenze lebt. Für junge Leute ist Tango ein Mittel, dem Elend zu entfliehen – auf Milongas (Tanzveranstaltungen), die jeden Abend zu Dutzenden stattfinden, und als Tangolehrer in der Hoffnung, irgendwo auf der Welt damit Geld zu verdienen.

Um finanziell und arbeitstechnisch unabhängig zu bleiben, spielen manche professionelle Köche indes Gastgeber im eigenen Haus. Nur mit Vorreservierung erhält man Einlass in die privaten Gefilde.

Kleine Gästerunde, festes Menü, fester Preis sind die Regeln zu solchen geselligen Vergnügen. Beispielsweise bei Diego Felix im „Casa Felix“: Slow-Food mit Betonung auf viel Grünzeug und Fisch ist seine Devise. Fleisch? Nunca. Peruanische Ceviche (marinierter roher Fisch) oder gegrillte Austernpilze in Zitronen-Sauce sind dafür ein Gedicht.

Auch im „Casa Saltshaker“ gibt’s nur Wochenend-Dinner-Partys für maximal 10 Leute. Am Herd steht der amerikanische Küchenchef und Sommelier Dan Perlman. Seine Menüs zaubert er mit lokalen Zutaten: Geeiste Zuckerrüben-Suppe, Schellfisch-Fettuccine in Rum-Sahne-Sauce oder Huhn mit Cachaça.

Fleischesser fühlen sich wohl in einer typischen Parilla (Grill) wie „Don Julio“: tolle Steaks, netter Service, guter Wein. 

Für Fisch und Meeresfrüchte, dazu eine sensationelle Auswahl feiner Tropfen, ist „Oviedo“ die feinste Adresse. Chef Martin Rebaudino sammelte Erfahrung im „elBulli“. Seafood lässt er zweimal täglich frisch anliefern.

Buenos Aires‘ Glamourszene speist am liebsten im „Osaka“. Die peruanisch-japanische Küche ist tatsächlich spitzenmäßig. Man muss nur mal die Lachs-Tiraditos probieren: zart-saftiges Sashimi, beträufelt mit Passionsfrucht-Honig. Kein Wunder, dass man hier bereits Wochen vorher einen Tisch buchen muss.


Text: Kiki Baron


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