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Es ist sicher auch die jugendliche Frische, die Vancouver so attraktiv macht. Jung sind sowohl die Bewohner wie auch die Stadt selbst. Kaum 200 Jahre ist es her, dass der Engländer George Vancouver die Mündung des Fraser River in den Pazifik entdeckte. 1886 wurde hier dann die nach ihm benannte Stadt als Endpunkt der transkanadischen Eisenbahn gegründet.
Seither boomt Vancouver. Und noch immer ist es in ständigem Umbruch: In den 1990er Jahren siedelten sich 70000 Chinesen aus Hongkong an. Was der Stadt den Spitznamen „Hongcouver“ eingetragen und der Qualität der Chinarestaurants ganz bestimmt nicht geschadet hat.
Einen weiteren Beinamen hat sich Vancouver erst in den letzten Jahren verdient: „Hollywood North“. Angelockt von der landschaftlichen Vielfalt, den bunten ethnischen Vierteln und geringeren Kosten drehen Regisseure aus Hollywood hier jedes Jahr Dutzende von Filmen und Fernsehserien. „Akte X“ zum Beispiel und „MacGyver“ nahmen die Stadt als Kulisse.
Einige Stars wie Goldie Hawn und Kurt Russell leben sogar hier. Vancouvers Gassen im East End waren schon Kulissen-Double für New York, die Chinatown um die Pender Street wird gern für Hongkong-Szenen verwendet. Und im alten Hippie-Viertel Kitsilano an der English Bay finden die Regisseure glitzernde Wellen, Sandstrände und südländische Atmosphäre. Vancouver hat einfach alles.
Dass auch die Stars in den Drehpausen das Lebensgefühl der City genießen, ist klar. In Shoppingvierteln wie entlang der Robson Street oder im Südteil der Granville Street treffen am Nachmittag die schicken Schönen auf die Kids aus der Bike- und Outdoor-Szene.
Vancouver ist da ganz unkompliziert, jeder kommt mit jedem aus. Sie alle schlürfen ihre Cappuccinos in den Straßencafés – und aus den abgerissenen Klamotten der Kids wird bestimmt der nächste Trend kreiert. Am Abend verlagert sich die Szene dann ins West End um die Davie Street und nach Yaletown, ein Altstadtbezirk mit Lofts und Lokalen, mit Boutiquen und Bars.
Yaletown liegt auch kulinarisch im Trend. An der Mainland und Hamilton Street findet man einige der besten Restaurants der Stadt. Serviert wird eine Mischung von Rezepturen aus Asien und Europa, die sich mit den herrlich frischen Zutaten der Westküste zu einer eigenständigen und sehr lebendigen Regionalküche entwickelt hat. Heraus kommen dabei Gerichte wie auf indianische Art über einer Holzplanke gegrillter Lachs, Muscheln gedämpft in Ingwersud und Zitronengras oder Tunfisch in Sesamkruste mit Seegras-Salat. Ungewohnt, aber sehr köstlich.
Hier gelingt die kreative Vermählung von Ost und West, von Tradition und Moderne. Kein Besuch in Vancouver wäre aber komplett ohne eine Tour ins Hinterland, in die großartige Natur Kanadas. Nur zwei Stunden nördlich der Stadt liegt Whistler, ein moderner Ferienort hoch in den Coast Mountains. Hier fanden 2010 die Skiwettbewerbe der Olympischen Winterspiele von Vancouver statt; im Sommer gehört der Ort den Wanderern und Mountainbikern.
Die schönsten Erlebnisse am Meer warten weiter im Westen: auf Vancouver Island. Die fast 500 Kilometer lange Insel ist von der Stadt Vancouver aus in gut eineinhalb Stunden Fährfahrt zu erreichen.
Eine faszinierende Urwelt mit über 2000 Meter hohen Bergen, mit geheimnisvoll düsteren Regenwäldern an der Westküste und langen Stränden, Schwarzbären und Weißkopfseeadlern sowie Orcawalen in den Fjorden. Kulinarisch können die Fischerorte im wilden Norden der Insel zwar nicht mit der Großstadt Vancouver mithalten. Doch dafür bekommt man in den Häfen ganz frische Dungies und kann sie selber über dem Lagerfeuer kochen. Original kanadisch.
Text: Karl Teuschl
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