Bambus - Gras mit langer Vergangenheit und großer Zukunft
Seit 4000 Jahren ist Bambus eine der wohl vielseitigsten Nutzpflanzen der Welt. Sein unaufhaltsamer Siegeszug begann im Fernen Osten…
In Asien gehörte Bambus schon immer zum täglichen Leben. Ein britischer Oberst, der im 19. Jahrhundert China bereiste, fasste es einmal so zusammen: „Bambus dient dem Chinesen nicht nur als Nahrung, sondern auch als Dach seines Hauses, als Matte, auf der er schläft, als Becher, aus dem er trinkt, und als Stäbchen, mit dem er isst. Er bewässert seine Felder mithilfe von Bambusrohren, harkt seine Ernte mit Bambusrechen zusammen, reinigt sie im Bambussieb und trägt sie im Bambuskorb nach Hause. Der Mast seiner Dschunke ist aus Bambus, ebenso die Deichsel seines Karrens. Er wird mit einer Bambusrute gepeitscht, mit Bambussplittern gefoltert und schließlich mit einem Bambusstrick erwürgt.“
Symbol der Überlebenskunst
Lässt man Dschunke, Peitsche, Karren und Folter weg, könnte die restliche Beschreibung auch aus unserer Zeit und unseren Landen stammen. Denn Bambus boomt. Vom geflochtenen Tablett über Möbel und Gartengeräte bis hin zum Parkett gibt es unendlich viele Dinge aus Bambus zu kaufen. Nicht zu vergessen, Bambus als immergrünes Supergras im Garten! Bambus verkörpert aber auch ein Stück Lebensart: nachgeben und doch stark bleiben. Haben Regen oder Schnee den Bambus fast zu Boden gedrückt, federt er anschließend wieder in seine aufrechte Haltung zurück, als sei nichts gewesen. Für viele ist Bambus daher ein Symbol für die Kunst des Überlebens – so waren es Bambusgräser, die als erste Pflanzen nach der Zerstörung von Hiroshima durch die Atombombe wieder aus dem Boden trieben.
Todgeweiht in der Blütezeit
Nach Europa kam Bambus zwar schon vor rund 200 Jahren, doch zur allseits beliebten Gartenpflanze entwickelte er sich erst während der vergangenen 30 Jahre. Gartenbambus Nummer eins war hier zu Lande die hoch wachsende Art Fargesia murielae – und als sie vor fünf Jahren blühte, rauschte es durch den Medien-Blätterwald. Der Grund: Wenn Bambus blüht, muss er sterben. Bambus blüht nur sehr selten, manche Art nur alle 100 Jahre – dann aber ist innerhalb eines Jahres der ganze gewachsene Bestand weg.
Interessierte Bambusfans können sich in allen Einzelheiten informieren bei der Europäischen Bambus-Society – Kontakt Deutschland: Edeltraud Weber, John-Wesley-Straße 4, 63584 Gründau-Rothenbergen, Tel. 0172/6644290, www.bambus-deutschland.de