Chelsea Flower Show
Seit 1888 ist sie eine Institution – und aus dem „British way of life“ ebenso wenig wegzudenken wie die Affären des Königshauses oder die „teatime“ am Nachmittag: The World’s Greatest Flower Show vom 24. bis zum 28. Mai 2011 im Londoner Stadtteil Chelsea.
Gartenverrückt, diese Engländer!
Nein, sie spinnen nicht, die Engländer – sie sind einfach nur gartenverrückt. Gardening ist im Vereinigten Königreich mehr als nur ein Hobby, es ist unverzichtbarer Teil einer Alltagskultur, ist Ausweis zivilisierter Lebensart und einigendes Band zwischen denen da Parisoben und denen da unten. Vier Tage im Mai sind dem englischen Gartenfreund heilig, in dieser Zeit ist man auf der Chelsea Flower Show in London oder hadert mit seinem Schicksal.
Spektakulär: Award Winning Gardens
Was wird geboten auf dieser „Orchidee, gegen die andere Gartenshows Gänseblümchen sind?“, so die Gartengestalterin Sigrid Maschmann. Erstens das, was alle zeigen, also vom Hau-den-Maulwurf bis zur biodynamischen Grabforke, von der Azalee bis zur Zantedeschia aethiopica, vom Sonderangebot Primeln bis zu den raffiniertesten Neuzüchtungen aus der Welt der Rosen und Orchideen.
Alles schön und gut, von bester Qualität und in Hülle und Fülle, aber dafür kommt man schließlich nicht aus New York, Sydney oder Hamburg. No, Sir, man kommt wegen der Award Winning Gardens! Das sind, nüchtern betrachtet, in diesem Jahr etwas mehr als 30 Gärten, jeder auf einer Fläche von etwa 100 Quadratmetern.
Sie werden nur für die Show angelegt und nach vier Tagen wieder abgebaut. Pro Garten werden zwischen 25 000 und 500 000 Euro ausgegeben, übrigens zu Lasten des Ausstellers, der dafür aber auch keine Standmiete zahlen muss. Bei der Auswahl der Gärten wird höchster Wert auf Individualität gelegt. So etwas wie Trends zu entdecken ist nicht Aufgabe der Jury.
Einfach olympisch!
Kommt man als Normalgärtner diesen – wenn man noch so sagen darf – „Gärten“ näher, gibt es keine nüchterne Betrachtungsweise mehr, dann wird man still im Angesicht des gärtnerischen Olymps. Hier und nur hier wird gezeigt, wie Gärten in Vollendung aussehen, Lichtjahre von Kraut und Rüben entfernt. Zwischen „Ich lasse meinen Garten zubetonieren“ bis zu „Danke, dass ich das sehen durfte“ reichen die Kommentare, schieres Entzücken paart sich mit der Einsicht in eigenes Unvermögen.
Und wie bekommt man eine der begehrten Eintrittskarten? Direkt bei der Royal Horticultural Society (siehe unten). Es hilft, wenn man Mitglied ist.
Informationen
Royal Horticultural Society, PO Box 3131, London SW1P 2PE, Tel. 0044/121/767 40 63, www.rhs.org.uk