It’s cool, man – kleiner Streifzug durch die Kulturgeschichte der Kühltechnik
Der Kühlschrank gehört heute zu den Selbstverständlichkeiten eines jeden Haushalts. Bis es so weit war, mussten sich unsere Vorfahren eine Menge einfallen lassen, um ihre Vorräte frisch zu halten.
Damals: Lebensnotwendige Vorratshaltung
Um 2000 vor Christus in Mesopotamien (heute Irak), wo Frischfleisch wegen der Hitze schnell verdarb, grub man tiefe Löcher in die Erde, isolierte diese mit Stroh und füllte sie im Winter mit Eis aus Flüssen oder gestampftem Schnee. Das schmolz auch bei großer Hitze nicht, und man konnte so auch im Sommer seine Vorräte lagern. Um 1000 nach Christus war diese Technik im gesamten arabischen Sprachraum üblich und wurde bis ins 19. Jahrhundert auf verschiedenste Arten variiert. Denn eine ausgeklügelte Vorratshaltung war überlebensnotwendig. Schließlich waren die meisten Nahrungsmittel nur saisonal erhältlich. Die Entwicklung der ersten technischen Kühlsysteme geriet zum französischen Alleingang. Es begann mit den thermischen Gesetzen, die Nicolas Carnot 1824 entdeckte. Dabei geht es um den Zusammenhang von Druck und Wärme/Kälte bei Gasen. Auf diesem gedanklichen Fundament erbaute Ferdinand Carre 1859 eine mit flüssigem Ammoniak betriebene Kältemaschine. Den ersten Kühlschrank stellte der Lehrer Augustin Mouchon 1878 auf der Pariser Weltausstellung vor – mit Solarmotor, weil zu jener Zeit der Strom noch nicht aus der Steckdose kam.
Heute: Unverzichtbare Grundausstattung
Heute zählt der Kühlschrank zur unverzichtbaren Grundausstattung eines jeden modernen Haushalts. Das gestiegene Umweltbewusstsein hat dazu geführt, dass der Stromverbrauch der Kühlaggregate mit jeder weiterentwickelten Gerätegeneration stetig zurückgegangen ist. Die neuen Miele-Kühlschränke zum Beispiel verbrauchen heute 70 Prozent weniger Energie als vor 15 Jahren, Gefriergeräte 50 Prozent weniger – selbstverständlich FCKW-frei. Wie so ein Gerät wirklich funktioniert, weiß aus dem Stegreif kein Mensch – es sei denn, er ist Fachmann. Dabei ist es gar nicht so kompliziert. Eigentlich ist ein Kühlschrank eine Art umgekehrter Heizlüfter mit einem wärmeisolierten Lagerraum. Der Heizlüfter heißt beim Kühlschrank Kompressor. Er entzieht dem Innenraum über einen Verdampfer Feuchtigkeit und kühlt so die warme Luft ab. Die auf diese Weise entstandene Wärme bringt er über die Rückwand nach draußen, weshalb es hinter einem Kühlschrank recht warm werden kann. Damit durch den dauernden Feuchtigkeitsverlust der Lagerraum nicht zu einer Eiswüste erstarrt, in der sofort alles verschrumpelt, wird wieder etwas Wasserdampf zugeführt. Denn wenn der Kompressor gerade nicht läuft, erfolgt eine minimale Erwärmung des Kühlraums. Dadurch bilden sich Wassertropfen, die, über ein Ablaufsystem gesammelt, von der Kompressor-Abwärme zum Verdunsten gebracht werden.
Energiesparen, bitte!
Im Inneren herrschen gemeinhin Temperaturen zwischen null und acht Grad. Bei überlegter Platzwahl bleibt alles viel länger frisch. Am kältesten ist es direkt über der Gemüseschale. Dort sollten alle empfindlichen Lebensmittel stehen wie Geflügel, Fisch, Fleisch und Wurst. Ganz oben ist der richtige Platz für Sahnetorten und fertige Gerichte. Dazwischen Milch und Molkereiprodukte. Obst und Gemüse sollten immer streng getrennt gelagert werden, da reifendes Obst Äthylengas ausströmt, das den Verderb von Gemüse fördert. In der Kühlschranktür bleibt die Temperatur relativ konstant. Dort platziert man Eier, Käse, Butter, Tuben und Dressings. Bei Miele-Kühlschränken mit dynamischem Kühlsystem sind all diese Überlegungen hinfällig. Denn in diesen Geräten herrscht überall eine Temperatur von fünf Grad, damit die Lebensmittel zonenunabhängig gelagert werden können. Kombigeräte gibt es mit einer Gefrierzone, einer Kühlzone von knapp über null Grad und einer von acht bis zehn Grad.
Wer seine Stromrechnung nicht unnötig belasten möchte, sollte seine Kühlgeräte niemals in der Nähe von Herd oder Heizung aufstellen oder die Tür länger als notwendig geöffnet lassen. Das wusste man übrigens auch schon in vorchristlicher Zeit in Mesopotamien: Wer damals die Tür zum Kühlkeller offen ließ, bekam Ärger. Und bei den archaischen Strafen, die damals üblich waren, kann man sich ausmalen, was das bedeutete…