Museum Insel Hombroich – Kunst in der Natur
Zeit und festes Schuhwerk sollte man mitbringen, wenn man das Museum Insel Hombroich besucht. In den 80er Jahren kaufte der Immobilienmakler und Kunstsammler Karl-Heinrich Müller das zum niederrheinischen Neuss-Holzheim gehörende Gelände.
In der 24 Hektar großen, von Landschaftsplaner Bernhard Korte liebevoll und kenntnisreich gestalteten Park-, Auen- und Terrassenlandschaft hat der Künstler Erwin Heerich elf Pavillons geschaffen, die – selbst Kunstwerke – eine kongeniale Kulisse bieten für Exponate früher Kulturen bis hin zur Moderne.
Sinnliche Betrachtungsweise
Reizvoll ist ein Besuch der Insel im Sommer: Der Weg führt durch blühende Wiesen, vorbei an Plastiken des Bildhauers Anatol Herzfeld. Die Pavillons liegen versteckt hinter Trauerweiden, Buchen und Platanen. Auf Elektrizität wurde in den Ausstellungsräumen verzichtet, allein der wechselnde Sonnenstand sorgt für unterschiedliche Stimmungen. Die Kunstwerke sind nicht beschriftet, dadurch wird etwaige vorweggenommene Kategorisierung ausgeschlossen und ermöglicht eine sinnlichere Betrachtungsweise. Nur die Künstler Gotthard Graubner und Tadeusz haben einen eigenen Pavillon.
Rheinische Köstlichkeiten und öffentliche Werkstatttage
Das Haus von Anatol Herzfeld liegt versteckt hinter der Hohen Galerie und Ludwig Soumange dichtet in seiner Dichterklause nahe des Rosa Hauses, einer Villa aus dem Jahr 1816. Am Ende des Rundgangs kann man sich in der Cafeteria mit rheinischen Köstlichkeiten stärken: Schmalzbrot, Rübenkraut oder Apfelmus. Die Stiftung Insel Hombroich veranstaltet zu verschiedenen Terminen öffentliche Werkstatttage für freiwillige Helfer, die Lust und Interesse haben, Park und Garten gemeinsam zu „beackern“. Neben den notwendigen anstehenden Gartenarbeiten bietet dieser Tag auch viele Möglichkeiten, sich mit Gästen aus anderen Ländern auszutauschen.
Musikalische Werke der Gegenwart
Im Juni 1985 spielte das Ensemble „trial and error“ in Hombroich erstmals musikalische Werke der Gegenwart. Seitdem hat die Neue Musik – neben der traditionellen Musik – einen festen Platz in den zweijährig stattfindenden Festivals und den Konzerten, die vom „Verein zur Förderung des Kunst- und Kulturraumes Hombroich“ veranstaltet werden. Bis heute wurden zahlreiche Werke zeitgenössischer Komponisten aufgeführt. Viele dieser Werke sind sogar im Auftrag der Insel Hombroich entstanden und dort auch uraufgeführt worden. Zu den Interpreten, die sich in Hombroich für die Neue Musik einsetzen, zählen u.a. bekannte Ensembles wie Arditti String Quartet, Quartett Avance, Ensemble Aventure, Ensemble Intercontemporain, ensemble recherche und Klangforum Wien.
Museum Insel Hombroich, Kapellener Straße, 41472 Neuss-Holzheim, Tel. 02182/2094, Internet: www.inselhombroich.de. Geöffnet 1. April – 30. September 10–19 Uhr, 1.–31. Oktober 10–18 Uhr, 1. November – 31. März 10–17 Uhr. Eintritt: Sa, So und feiertags Erw. 15 Euro, Schüler und Studenten bis 25 Jahre, Behinderte 7 Euro, Mo–Fr Erw 13 Euro, Schüler und Studenten bis 25 Jahre, Behinderte 6 Euro. Hunde sind nicht erlaubt.