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Muskat
Muskat gibt vielen Gerichten erst ihre typische Note. Weltweit beliebt, galt er mit seiner aromatischen Schärfe einst als das exotische Gewürz schlechthin, und man sagte ihm Heilkräfte nach.
Wegen der Muskatnuss tauschten die Holländer sogar ihre frühere Besitzung Manhattan gegen eine winzige Molukkeninsel.
Dabei ist diese Nuss gar keine Nuss, sondern der Samenkern eines immergrünen Baums von fünf bis 20 Meter Höhe, dessen Ursprung auf den Banda-Inseln und den nördlichen Molukken im heutigen Indonesien liegt. Dieser Kern ist von einem Samenmantel umgeben, der als Muskatblüte oder Macis bezeichnet wird. Beide enthalten ätherische und fette Öle, dazu Stärke und verschiedene Harze. Das ausgepresste Öl (Muskatbutter) wird vor allem bei der industriellen Herstellung von Backwaren und Süßigkeiten eingesetzt.
Typisch für das Aroma von Muskat ist seine leicht süße, bittere Schärfe. Der Name leitet sich aus dem lateinischen nuces moscatae ab, moschusartige Nüsse. Schon den alten Ägyptern waren sie bekannt. Als im 16. Jahrhundert der Gewürzhandel begann (Vasco da Gama hatte den Seeweg nach Indien entdeckt), spielte Muskat schnell eine Hauptrolle in dem abenteuerlichen, aber äußerst lukrativen Geschäft – so lukrativ, dass die Holländer ihre Besitzung Manhattan gegen eine tropische Mini-Insel voller Muskatbäume eintauschten.
Bis dahin hatte man in Europa nur mit heimischen Kräutern gewürzt. Die exotischen Aromen gaben den Speisen nun einen nie gekannten Wohlgeschmack; wer es sich leisten konnte, stürzte sich darauf. Außerdem galt die Muskatnuss als Wundermittel gegen die Pest.
Heute umfasst die weltweite Produktion von Muskatnüssen etwa 10 000 bis 12 000, die von Macis 1500 bis 2000 Tonnen im Jahr; 75 Prozent davon kommen immer noch aus Indonesien.
Muskat wurde traditionell auch als Heilmittel gegen Rheuma und Verdauungsbeschwerden verwendet und sogar als Rauschdroge – deshalb sparsam dosieren: Bei übermäßigem Genuss droht eine Vergiftung. Erwachsene sollten nicht mehr als vier Gramm zu sich nehmen, für Kleinkinder kann schon der Verzehr einer einzigen Nuss lebensgefährlich sein.
In der Küche wird die Muskatnuss gern bei der Zubereitung von Gemüse-, Reis- und Kartoffelgerichten verwendet sowie bei der Herstellung von Gebäck. Die zartere Muskatblüte dagegen passt eher zu Pasteten, Schalentieren oder Süßspeisen wie Pudding. Reiben Sie Muskat in der Küche immer frisch, da das Aroma leicht verfliegt. Licht- und luftdicht verpackt, halten Muskatnüsse aber bis zu vier Jahre.
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