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Allerlei Weihnachtsgebäck
Aachener Printen, Christstollen, Lebkuchen, Marzipan und Spekulatius gehören zu Weihnachten wie Tannenbaum, Kerzen und Advent. Doch woher stammen diese Leckereien eigentlich?
Aachener Printen stammen ursprünglich aus der südbelgischen Stadt Dinant, wo sie schon um 1000 n. Chr. gebacken wurden. 1620 waren Bronzegießer aus der berühmten belgischen Metallstadt in Aachen, um eine Statue Karls des Großen zu produzieren. In der Frühstückspause boten sie ihr heimatliches Gebildebrot den Aachener Kollegen an, und die waren begeistert. Schon bald wurde das Rezept in Aachener Backstuben ausprobiert und verfeinert.
Christstollen wurde schon um 1300 n. Chr. in sächsischen Öfen gebacken. Urkundlich taucht er zum ersten Mal 1329 in Naumburg an der Saale auf. An jedem zweiten Weihnachtstag musste die Bäckerinnung zwei Christstollen von jeweils eineinhalb Meter Länge und 36 Pfund Gewicht an den sächsischen Landesfürsten liefern. Damals hieß der Stollen allerdings noch Striezel – und so kam der Weihnachtsmarkt in Dresden zu dem Namen „Striezelmarkt“.
Lebkuchen kannten schon die alten Germanen, nur hießen die bei denen Honigbrote und waren Opferkuchen, die in Form einer Scheibe (um das Bild der Sonne anzudeuten) zur Zeit der Wintersonnenwende gebacken wurden. Im Mittelalter – nachweislich seit 1395 – wurde Nürnberg zur Lebkuchenstadt, da sich dort die alten Salz- und Handelsstraßen schnitten und aus dem Reichwald, bekannt als „des heiligen Römischen Reiches Bienengarten“, hervorragender Honig kam.
Marzipan war ursprünglich das Konfekt der Haremsdamen und stammt aus Vorderasien, vermutlich Persien. Mit den Sarazenen oder Kreuzrittern gelangte es nach Mitteleuropa, wo es zunächst nur von Apothekern hergestellt und als Mittel gegen diverse Krankheiten verschrieben wurde. Nachdem man im 19. Jahrhundert gelernt hatte, aus billigen Rüben statt aus teuer importiertem Rohzucker Zucker herzustellen, war er auch für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich. Es entwickelte sich ein reger Marzipanhandel, bei dem Lübeck und Königsberg die wichtigste Rolle spielten.
Spekulatius erblickte Anfang des 18. Jahrhunderts in den Niederlanden das Licht der Backstube. Das dünne, gut gewürzte Gebäck aus Mürbeteig wurde vor dem Backen in ein Holzmodell gedrückt und erhielt dadurch sein typisches Aussehen, das des heiligen Nikolaus, des Schutzpatrons u. a. der Bäcker. Dem heiligen Nikolaus von Myra, einem Bischof, der im vierten Jahrhundert im kleinasiatischen Lykien lebte, verdankt das Butter-Mandel-Gebäck auch seinen Namen: „Speculator“ (= Aufseher) war der lateinische Beiname für einen Bischof.