
Foto: Sabine Bungert / laif
Arganöl
Seit Hunderten von Jahren nutzen die Bewohner Marokkos das Öl der Samen des Arganbaumes zum Kochen und für die Schönheitspflege. Jetzt haben es auch europäische Spitzenköche entdeckt.
Es ist goldgelb-orange bis leicht rötlich und duftet dezent nach gerösteten Erd- und Haselnüssen, bitteren Moschusnoten und den herben sommerlichen Mittelmeerkräutern der Garrigue.
Pur genossen, gibt sich Arganöl relativ verschlossen, aber auf einem Stück Weißbrot oder Apfel entfaltet sich seine ganze betörende aromatische Vielfalt: Noten von Trüffeln, Mohnsamen, Lakritze, grünem Pfeffer, Roggenbrot und Kiefernharz erstaunen den Gaumen.
Kalt gepresstes Arganöl aus gerösteten Samen harmoniert wunderbar mit süßen Gerichten. In seiner Heimat Marokko steht es fast auf jedem Frühstückstisch: Man taucht Brot hinein und bestreicht es dann mit Honig.
Auch in salzig-süßen Tajine- und Couscous-Gerichten, zum Beispiel mit Datteln, Pflaumen, Rosinen und Feigen, findet man es häufig, und in Tomatensalat mit schwarzen Oliven und blanchiertem Knoblauch ist es ein Muss.
Kalt gepresstes Arganöl aus ungerösteten Samen ist wesentlich milder und von leichter Bitterkeit. Es passt gut zu Salaten, Gemüse- und Fischgerichten.
Aufgrund des intensiven Geschmacks sollte man Arganöl nur sehr sparsam verwenden. Auch wenn man es gefahrlos erhitzen kann, sollte man darauf verzichten, denn dabei verliert es viel von seiner Typizität.
Der Arganbaum (Argania spinosa), auch Eisenholzbaum oder Baum des Lebens genannt, wächst seit über zwei Millionen Jahren ausschließlich in einer kleinen, von der UNESCO als Biosphärengebiet geschützten Region im Südwesten Marokkos nahe des Atlantik. Er hält extremer Trockenheit und Temperaturen von über 50 Grad Celsius stand und kann bis 400 Jahre alt werden.
Unter den harten, braunen Schalen der Früchte sitzen je zwei bis drei olivenförmige grüne Samen, die zwischen Juli und September reifen. Aus ihren Kernen wird nach dem Rösten das wertvolle Öl gewonnen.
Die Verarbeitung der Früchte von der Ernte bis zum fertigen Öl wird ausschließlich von Frauen übernommen. Aus etwa 30 bis 35 Kilogramm Früchten entsteht in mühevoller Handarbeit innerhalb von 24 Stunden ein Liter Arganöl.
Arganöl schützt übrigens empfindliche Haut vor dem Austrocknen und hilft gegen sprödes, trockenes Haar.
Ein Rezept für Gemüse-Couscous mit Arganöl finden Sie in unserer großen Datenbank.