
Foto: Miele
Aubergine
So unterschiedlich wie ihre Erscheinungsformen und -farben sind auch ihre Zubereitungsarten – vor allem in der mediterranen, orientalischen und chinesischen Küche.
Während Europäer meist nur als die länglich-ovalen dunkelvioletten Auberginen kennen, werden Asiaten mit gelben, orangefarbenen, grünen und weißen, gepunkteten und gestreiften, gurkenlangen und golf- bis tennisballrunden Formen verwöhnt.
Egal welche Farbe die Haut auch haben mag, das darunterliegende Fruchtfleisch mit seinen zahlreichen Kernen ist stets strahlend weiß. Bräunlich verfärbte Kerne sind ein Zeichen von mangelnder Frische oder Überreife.
Angeblich wurde die zur Familie der Nachtschattengewächse zählende Beere schon vor über 4000 Jahren in Indien angebaut – und von den Arabern nach Europa gebracht. Im warmen Mittelmeerklima fand das wegen ihres Aussehens auch „Eierfrucht“ genannte Gemüse die besten Wachstumsvoraussetzungen.
In Griechenland entstand aus Auberginen, Tomaten und Kartoffeln das Nationalgericht Moussaka und in Arabien mischte man aus Auberginen, Paprika, Knoblauch und Zitronensaft den scharfen Brotaufstrich Ajwar. Italiener schichten die gebratenen Auberginenscheiben mit Tomatensauce und Käse lasagneartig zur Parmigiana di melanzane oder legen sie, nur leicht gesalzen und eingeölt, auf den Grill.
Auberginen dürfen nie unreif oder roh gegessen werden, da sie das giftige Solanin enthalten, das erst mit der Reife bzw. beim Kochen verschwindet. Früher empfahl man, Auberginen vor dem Kochen zu salzen, um die Bitterstoffe zu entfernen. Das ist heute nicht mehr nötig, da den meisten Sorten das Bittere durch Züchtung entzogen wurde.
Langes Lagern, vor allem im Kühlschrank, bekommt den Auberginen überhaupt nicht. Die Schalen werden schnell fleckig, das Fruchtfleisch wird bräunlich und weich. Da Auberginen empfindlich auf das Reifegas Ethylen reagieren, sollte man sie nie zusammen mit reifen Äpfeln, Birnen, Bananen, Marillen, Pfirsichen, Nektarinen, Passionsfrüchten, Zwetschgen und Melonen, Tomaten und Avocados lagern, sondern getrennt aufbewahren.