Die Lust an der Nuss
„Nuss- und Mandelkern...“ – was auch heute noch so romantisch weihnachtlich anmutet, ist in Wirklichkeit aus unserem alltäglichen Speisezettel nicht wegzudenken.
Von raffinierten Hors d’œvres bis zu verführerischen Desserts reichen die zahllosen Rezepte aus aller Welt, bei denen Nüsse als Grundlage oder Zugabe eine wichtige Rolle spielen. Und nicht zuletzt die Pausen-Snacks, egal ob süß, salzig oder vollwertig: Nüsse geben ihnen Aroma und den „richtigen Biss“.
Nougat und Marzipan
Die Lust an der Nuss ist so alt wie die Menschheit. Schon vor der Entwicklung des Ackerbaus wurden von unseren streunenden Vorfahren Nüsse gesammelt. In der Küche der alten Griechen waren sie ebenso verbreitet wie bei den Römern, die glückliche Ereignisse mit dem Verzehr gesüßter Mandeln feierten. Die Kunst, aus Nüssen Süßigkeiten herzustellen, wurde von den Arabern perfektioniert: Ihnen verdanken wir Nougat und Marzipan. Auf den mittelalterlichen Handelswegen verbreiteten sich diese Leckereien in den Norden Europas. Auch wenn gegenüber diesen Genüssen eine gewisse Skepsis herrscht, steht der Wert von Nüssen für eine gesunde Ernährung außer Frage. Gemeinsam ist den verschiedenen Arten ein beachtlicher Anteil von einfach bzw. mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel senken. Dazu kommen hohe Gehalte der Vitamine A, D, E und des B-Komplexes sowie ein ansehnliches Spektrum von Mineralstoffen und Spurenelementen. Damit sind Nüsse ein idealer Bestandteil der besonders ausgewogenen „Mittelmeer-Diät“.
Geschichte der Menschheit
Anders als die exotischen Nüsse wie Erdnüsse, Paranüsse und Macadamia ist der Haselstrauch oder -baum in der gesamten nördlichen Hemisphäre heimisch. Auch die Walnuss braucht mäßig kalte Winter, so dass sie in Mitteleuropa angepflanzt werden konnte und für uns die „klassische Nuss“ geworden ist. Gleichwohl stammt heute der größte Teil der kommerziellen Produktion aus Kalifornien oder China. Von den europäischen Ländern kann allein Frankreich mit seinen edlen Walnuss-Sorten aus Grenoble und dem Périgord einen nennenswerten Export verzeichnen. Als „Kriegsbeute“ Alexander des Großen und seiner Truppen gelangte die Walnuss (=„Welsche“, d.h. italienische Nuss) in den Mittelmeerraum. Und fruchtbringende Haselpflanzen kamen aus Europa nach Nordamerika... In nuce, in der Nuss, liegt eine kleine Ernährungs- und Handelsgeschichte der Menschheit.