Erdbeeren
Ihr sagenhafter Geschmack und ihr wunderbares Aroma verhalfen der kleinen Frucht zu großem Ruhm. Und ihre Vielseitigkeit ist legendär.
Schlicht und einfach auf einem Teller angerichtet, sind sie an sich bereits eine Tischdekoration. Die Erdbeeren gehören zur Familie der Rosengewächse und werden (vor allem) in Südeuropa seit Jahrhunderten kultiviert. Schon bei den alten Griechen und Römern waren sie unverzichtbarer Bestandteil einer festlich gedeckten Tafel. Ihr hübsches Äußeres sowie ihr einzigartiger Duft und Geschmack haben das rote Früchtchen zur Königin der Beeren geadelt.
Die großfruchtige Gartenerdbeere, wie wir sie heute kennen, ist vor mehr als 200 Jahren in Amerika aus Kreuzungen zwischen der kleinen Virginia- oder Scharlach-Erdbeere und der großen Chile-Erdbeere entstanden.
Über 30 verschiedene Sorten wurden bis heute gezüchtet, früh- und spätreifende, kleine und große. Sie tragen Namen wie Senga Sengana, Elsanta, Chandler, Gariguette, Elvira, Gorella und Mieze Schindler. Etwas ganz Besonderes sind wilde Walderdbeeren: winzig klein, zuckersüß und von unbeschreiblichem Aroma.
Die beste Erdbeerzeit ist natürlich der Hochsommer, wenn die heimischen Früchte nur zwei bis drei Tage nach der Ernte in den Handel kommen. Die Geduld, die der Erdbeerfreund in den kälteren Monaten aufbringen musste, wird dann durch köstliche Beeren belohnt, mit denen keine Treibhausware konkurrieren kann.
Nach dem Eintreffen in der heimischen Küche sollte sie vorsichtig behandelt werden: Am besten nur kurz im Sieb kalt abspülen und auf einem Küchentuch trocknen lassen. Dauert der Kontakt mit dem Wasser zu lange, besteht die Gefahr, dass das Aroma der Erdbeeren verwässert wird. Puristen verzichten sogar ganz auf Wasser und reiben die Früchte mit einem trockenen Tuch vorsichtig ab.
Es spricht für diese vitaminstrotzende Frucht, dass ein Großteil der Ernte deshalb nicht zubereitet werden kann, weil er auf geheimnisvolle Weise aus dem Körbchen verschwunden ist, ehe die Köchin sich auf ein Rezept besonnen hat. Trotzdem gibt es – über den klassischen Kuchen und die herrliche Marmelade hinaus – unzählige Veredelungsmöglichkeiten: Fein mariniert passen Erdbeeren zu einem Quarksoufflé, püriert und mit Minze sind sie Basis für köstliche Getränke.
Sie harmonieren mit frischem und aromatischem Käse, eröffnen als leichte Erdbeer-Pfirsich-Suppe ein hochsommerliches Menü und machen Kinder froh, wenn sie ein süßes Nudelgratin rot färben. Erwachsene ebenso, wenn ein Erdbeer-Daiquiri gemixt oder der Rumtopf angebrochen wird. Die Früchte verblüffen als Erdbeersalat in Gelee mit ein paar Basilikumblättern, machen als Erdbeerknödel dem Marillenknödel Konkurrenz, begleiten als Erdbeer-Chutney kurzgebratenes Fleisch und verwandeln jeden einfachen Weißweinessig durch ihre pure Anwesenheit in einen feinen Erdbeeressig. Mehr kann man von so einem kleinen Früchtchen wirklich nicht verlangen.
Hier eine kleine Auswahl von Rezepten:
Baisertörtchen
Beeren-Crumble
Chicoréesalat mit Orangen und Erdbeeren (Belgien)
Cremiger Erdbeertraum
Erdbeer-Konfitüre
Erdbeerkonfitüre mit Zitronenmelisse und weißem Balsam-Essig
Erdbeer-Melissen-Sorbet mit Stevia gesüßt
Erdbeerschalotte
Erdbeer-Schnitten
Erdbeertartes mit Erdbeersauce
Gebratener Spargel mit Balsamico, Hähnchenbrust und Erdbeeren
Marzipan-Schlemmerrolle
Orangen-Milchreis
Panna cotta mit Amaretto und marinierten Erdbeeren
Rote Grütze
Sauerrahmcreme mit Pflaumenpüree
Vanilleflan-Törtchen mit Walderdbeeren auf Buttermilchspiegel
Vanillesoufflé
Weiße Mousse Blitzschnell