Gugelhupf – oder: die süße Mütze
Warum der berühmte Wiener Napfkuchen Gugelhupf heißt, ist genauso unergründet wie die riesige Anzahl der Gugelhupf-Rezepte. Wir nennen Ihnen ein ganz besonderes…
Viele Namen, ein Kuchen
Die alten Römer sagten „cucullus“, wenn sie eine kapuzenähnliche Kopfbedeckung meinten, im Mittelhochdeutschen hieß das dann „gugele“. Die Verwandtschaft dieser Wörter mit unserem Gugelhupf liegt gewiss nicht nur für Sprachwissenschaftler auf der Hand. Welcher speziellen Kapuze der Napfkuchen aus Hefe- oder Biskuitteig nachempfunden wurde oder warum er nun ausgerechnet in dieser und keiner anderen Form gebacken wird, das weiß hingegen niemand so genau. Kein Wunder also, dass es zum Gugelhupf so manch lustige Anekdote gibt: Da heißt es zum Beispiel, dass die kugelförmige Kopfbedeckung der Wiener Marktfrauen Vorbild war. Mitunter wird auch die Kapuze der Kapuziner als „Gugel“ bezeichnet. Andere Quellen wiederum zitieren hier das gugelhupfähnliche Festgebäck namens „cuculla offa“, das junge Mönche bei ihrem Eintritt ins Kloster überreicht bekamen. Wieder andere behaupten, dass der Kuchen seinen Namen der Tatsache zu verdanken habe, dass der Teig beim Backen „wie eine Kugel aufhupft“.
Fête du Kougelhopf
Wie auch immer die wahre Geschichte des Gugelhupfs letztlich aussehen mag – alle, die diese süße Köstlichkeit nur einfach genießen wollen, sollten sich den Juni im Kalender rot anstreichen: Der Legende nach soll die französische Königin Marie-Antoinette, eine Tochter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia, Ende der 70er Jahre des 18. Jahrhunderts den Gugelhupf im Elsass eingeführt haben. Seither findet alljährlich Anfang Juni im elsässischen Ribeauvillé (in der Nähe von Colmar) die Fête du Kougelhopf statt – ein beliebtes Straßenfestival ganz im Zeichen der süßen Mütze!
Rezept für Wein-Gugelhupf mit Zitronenmelisse
Zutaten
Biskuitteig
etwa 2 Töpfchen grob gehackte Zitronenmelisse
5 Eier (Größe M)
250 g gesiebter Puderzucker
250 ml Speiseöl
250 ml Weißwein
180 g Weizenmehl
180 g Dr. Oetker Speisestärke Gustin
4 gestr. TL Dr. Oetker Original Backin
2 Päckchen Dr. Oetker Dessert-Soße Vanille-Geschmack zum Kochen
außerdem: 2 EL Aprikosenkonfitüre, 20 g Kokosraspel
Zubereitung (maximal 2 Tage vor dem Verzehr)
1. Zitronenmelisseblättchen von den Zweigen zupfen, waschen, trocken tupfen und grob hacken.
2. Eier und Puderzucker in einer Schüssel mit dem Handrührgerät (Rührbesen) auf höchster Stufe etwa 1 Min. schaumig schlagen, Öl und Wein unterrühren. Mehl, Gustin, Backin und Dessert-Soßenpulver mischen, sieben und auf mittlerer Stufe abwechselnd mit Zitronenmelisse unterrühren.
3. Teig in eine gefettete, gemehlte Napfkuchenform (Ø 22 cm) füllen und im vorgeheizten Backofen (Ober-/Unterhitze 180° C) etwa 65 Min. backen (Heißluft bei 160° C, ohne Vorheizen). Kuchen nach dem Backen noch etwa 10 Min. in der Form auf einem Kuchenrost abkühlen, dann erst lösen, stürzen und erkalten lassen.
4. Aprikosenkonfitüre durch ein Sieb streichen, den unteren Rand des Kuchens damit bestreichen und mit Kokosraspel bestreuen. Kuchen erkalten lassen.