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Haselnuss
So unscheinbar sie in ihrer harten Schale liegt, so faszinierend zeigt sie sich, wenn man sie geknackt hat. Und im Gegensatz zu vielen ihrer zahlreichen Kolleginnen ist die Haselnuss eine echte Nuss.
Kokosnüsse und Pistazien, Pekannüsse und Mandeln sind gar keine richtigen Nüsse, sondern Steinfrüchte. Erdnüsse zählen zu den Hülsenfrüchten, Paranüsse zu den Kapselfrüchten. Und Pinienkerne sind in Wirklichkeit Samen. Nur die Früchte der Gemeinen Hasel (
Corylus avellana) und der Lambertshasel (
Corylus maxima) sind tatsächlich Nüsse – und zwar aus der Familie der Birkengewächse. Der Ordnung halber: Auch Walnüsse, Macadamianüsse und Edelkastanien beziehungsweise Maroni sind echte Nüsse.
Der bis zu fünf Meter hohe Haselnussstrauch lieferte schon in der Steinzeit unseren Vorfahren in Europa und Kleinasien kostbare Nahrung. Die Römer brachten die Früchte von ihren Feldzügen mit und pflanzten sie in Italien an. Und nicht nur das: Unterhändler bei Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen hatten als Zeichen ihrer guten Absichten im antiken Rom einen Haselzweig in der Hand. Heute werden Haselnüsse in den gemäßigten Zonen Eurasiens und Amerikas kultiviert, wobei fast zwei Drittel der jährlich weltweit produzierten über 730 000 Tonnen aus der Türkei kommen.
Haselnüsse enthalten rund 60 Prozent Fett, überwiegend einfach und mehrfach ungesättigte – also gute – Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel senken und Herz und Kreislauf schützen, sowie jede Menge Ballaststoffe und Mineralien und einige Vitamine. Ihr hoher Anteil an Folsäure (Vitamin B9 bzw. B11) soll das Risiko von Herzerkrankungen mindern und das Kalzium die Knochendichte verbessern.
Haselnüsse werden schon seit Jahrhunderten für Kuchen und Gebäck verwendet, finden sich aber auch in Brot, Schokolade und Nougat. 1940 kreierte Pietro Ferrero aus Kakao und gerösteten Haselnüssen seiner Heimatregion Piemont eine streichbare Schokocreme, die er Pasta Gianduja nannte und die 1964 den englischen Namen Nutella erhielt.
Im Müsli sorgen Haselnusssplitter für den morgendlichen Energieschub und im Salat für knackigen Biss. Zusammen mit Möhren ergeben die geriebenen Haselnüsse eine leckere Suppe und mit Ricotta vermischt die perfekte Füllung für Teigtaschen.
In Frankreich benutzt man gern das nicht lange haltbare Haselnussöl für Salate und Haselnussbutter zu grünem Spargel und Brokkoli. In den USA ist Hazelnut Butter ein beliebter Ersatzbrotaufstrich für Erdnussbutter.
Last, but not least: Haselnusslikör (in Italien Frangelico) und ein Brand aus Haselnüssen dürften eigentlich in keiner Küchenbar fehlen.
Achten Sie beim Einkauf auf das Haltbarkeitsdatum. Aufgrund des hohen Fettanteils werden Haselnüsse schnell ranzig, daher sollte man sie kühl, luftig, trocken und dunkel lagern. Ungeschälte Nüsse dürfen beim Schütteln nicht klappern, das tun nur alte, trockene Früchte.
Das unverwechselbare Aroma der Haselnuss wird gern benutzt, um den Geschmack oder Geruch anderer Lebensmittel zu beschreiben: den Duft von ungesalzener Rohmilchbutter aus der Normandie, den Abgang bestimmter Weine, den flüchtigen Geschmack einiger Pilze und einen Bestandteil des typischen Biergeruchs.
Folgende Rezepte mit Haselnüssen finden Sie unter anderem in unserer Datenbank: