Herbarium à la mode
Auch die Küche geht mit der Mode. Den Fernostfans unter uns kommt die derzeitige Vorliebe vieler Köche für asiatische Aromen sehr entgegen. Aber auch die europäische Umgebung ist immer für Überraschungen gut.
In Italien und Frankreich wird in der Küche eine lange Tradition gepflegt, was die Verwendung wild wachsender Kräuter anbelangt. Deutschland hinkte da bislang ein wenig hinterher, bis uns das letzte Jahr in der Folge einer gewaltigen Ruccola-Woge auch eine Bärlauchwelle bescherte – bescheidener, aber immerhin deutlich spürbar. Hier ein paar weitere neue alte Bekannte…
Roter Basilikum:
Basilikum ist das Modekraut der Toskana-Fraktion, obwohl es ursprünglich aus Indien stammt. Es schmeckt am besten kurz vor oder kurz nach der Blüte. Dabei spielt die Farbe dieses Krauts keine Rolle, eine rötliche Färbung ist nur eine Laune der Natur. Sie können es also getrost zum Pesto geben, aber besser noch Sie nutzen es als unerwarteten Farbtupfer. Ein Tipp: Egal, ob grün, rot oder gesprenkelt – Basilikum immer nur der fertigen Speise zufügen, denn langes Kochen vertragen die flüchtigen Geschmacksstoffe der zarten Blätter nicht.
Zitronengras:
auch Citronelle genannt, wächst sowohl in Asien als auch in Südamerika. Es entfaltet sein blumiges Aroma am besten in asiatischen Suppen – wie etwa in einer Krabbensuppe. Man kann damit aber auch Fleisch oder Fisch würzen, wenn man die feinen inneren Blätter der Stängel kleinhackt oder zerdrückt, in Sesam- oder Olivenöl einlegt und sie so zubereitet den entsprechenden Speisen zugibt.
Sauerampfer:
ist vom Frühjahr bis zum Herbst auch bei uns zu finden – und zwar auf feuchten Wiesen in der Nähe von Bächen oder Flüssen. Sein Geschmack ist säuerlich bis bitter und ein wenig scharf, wenn die Blätter älter sind. Man kann ihn zum Salat nehmen oder wie Spinat kochen, sofern man genug davon sammeln konnte. Besonders geeignet ist Sauerampfer püriert als Suppen- oder Saucenbeigabe, und zum Omelett schmeckt es schlicht köstlich.
Koriander:
Die grünen Blätter dieser Pflanze, die optisch der Petersilie ähnelt, sind nicht jedermanns Sache. Denn im Gegensatz zu den kugeligen, herbwürzigen Samen, denen vielerlei heilende Wirkung nachgesagt wird, ist der Geschmack der Blätter recht derb. Bezeichnenderweise lautet ein alter deutscher Name der Pflanze „Wanzendill“. Ursprünglich aus Nordafrika und Vorderasien stammend, ist Koriander aus der Küche jener Regionen nicht wegzudenken. Als Würze zu Fisch, Fleisch und Gemüse passt dieses Kraut besonders gut zu kurz und kräftig Gebratenem wie Wokgerichten.