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Himbeeren
Die liebliche Schwester der Brombeere ist eine empfindliche Frucht. Wer sie vorsichtig behandelt, den belohnt sie mit einem einzigartigen Geschmack: süß, fein-würzig mit milder Säure und einem Hauch Moschus.
Wilde Himbeeren schmeckten schon unseren ältesten Vorfahren in der Jungsteinzeit, wie prähistorische Küchenabfälle aus Dänemark, England und der Schweiz zeigen. Sie wachsen ganz natürlich in gemäßigten bis kühlen Klimazonen bis zu einer Höhe von 2000 Metern in Europa, (Nord-)Asien und Nordamerika. Himbeeren bevorzugen halbschattige Lagen, zum Beispiel an Waldlichtungen, oder Waldränder mit hoher Luftfeuchtigkeit und kühlen Sommertemperaturen.
Anders als der Name der Pflanze suggeriert, ist die Himbeere botanisch gesehen gar keine Beere, sondern – wie die Brombeere, die Moltebeere und die Japanische Weinbeere – eine Sammelsteinfrucht, die sich aus den einzelnen Fruchtblättern entwickelt und zu den Rosengewächsen zählt. Ihren deutschen Namen verdankt sie der Tatsache, dass sie früher als „Beere der Hirschkuh“ (althochdeutsch
Hintperi) bezeichnet wurde. Und ihr botanischer Name Rubus idaeus geht zurück auf das Ida-Gebirge im Nordwesten der Türkei, an dessen Hängen besonders aromatische Früchte wuchsen.
Kultiviert wurde die Himbeere in Anbetracht ihres Wohlgeschmacks seltsamerweise jedoch erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts von Mönchen in ihren Klostergärten. Heute sind weltweit über 1000 verschiedene Sorten bekannt. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten: Die Sommerhimbeeren tragen ihre Früchte in den Monaten Juni und Juli, die Herbsthimbeeren kann man von Mitte August bis zum ersten Frost ernten.
Am besten schmecken Himbeeren natürlich frisch gepflückt, ihr herb-süßer Geschmack kommt so am besten zur Geltung. Sie lassen sich aber auch – ungekocht – zu einer erfrischenden Sauce (zum Beispiel zu Vanillepudding oder Milchreis) pürieren sowie zu Marmelade, Saft oder Gelee einkochen. In Italien legt man sie gern in Rotwein ein und isst sie zusammen mit Pfirsichen. Himbeeren harmonieren wunderbar mit warmem Ziegenkäse und Walnüssen, geben Brownies eine fruchtige Note und zieren so manchen kräftigen Blattsalat mit Vinaigrette.
Aus Himbeeren (500 Gramm) und Weißweinessig (600 Milliliter) entsteht ein aromatischer Himbeeressig, wenn man die Früchte in ein Glas füllt, mit dem Essig übergießt, das Ganze an einem kühlen, dunklen Ort sechs bis acht Wochen stehen lässt und anschließend durch ein Leinentuch filtert. Und aus dem Himbeeressig kann man mit Zucker und kohlesäurehaltigem Mineralwasser eine köstliche Limonade zubereiten.
Frische Himbeeren lassen sich übrigens gut einfrieren, wenn man sie zunächst einzeln auf ein Tablett legt und so in den Tiefkühlschrank schiebt. Sind sie fest gefroren, kommen sie in einen verschließbaren Plastikbeutel oder in eine Dose.
Köstliche Rezepte mit Himbeeren finden Sie in unserer großen Rezeptdatenbank. Schnuppern Sie doch einfach mal rein!