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Joghurt
Die verdickte Milch mit dem leicht säuerlichen Geschmack hat eine bewegte Geschichte, die vom Balkan bis nach Asien reicht.
Bereits im Altertum nutzte man die Arbeit winzig kleiner Bakterien, die den in der Milch vorhandenen Zucker in Milchsäure umwandeln. Auf dem Balkan, in der Türkei, aber auch in Asien schätzte man den dadurch entstandenen Joghurt, der zudem länger haltbar war als Milch und als äußerst gesund galt.
Im 16. Jahrhundert – so eine der zahlreichen Legenden – soll ein Arzt aus dem osmanischen Konstantinopel die quälenden Magenprobleme des französischen Königs Franz I. mit Hilfe eines bulgarischen Joghurts geheilt haben.
1906, rund vier Jahrhunderte später, entdeckte der russische Bakteriologe Ilja Metschnikow, dass die hohe Lebenserwartung bulgarischer Bauern mit dem Genuss ihres Joghurtkonsums zusammenhing. Aus der weißen Kraftnahrung isolierte er den von ihm Bacillus bulgaricus genannten Wirkstoff. Schon ein Jahr später wurde im Deutschen Reich erstmals Joghurt in einer städtischen Molkerei produziert.
Wer heute im Supermarkt vor dem Joghurt-Regal steht, wird mit einem riesigen Angebot konfrontiert: Joghurt aus entrahmter Milch (Magermilchjoghurt) mit maximal 0,5 Prozent Fett, fettarmer Joghurt mit 1,5–1,8 Prozent Fett, einfacher Joghurt mit mindestens 3,5 Prozent Fett sowie Sahnejoghurt (Rahmjoghurt) mit mindestens 10 Prozent Fett – von den unzähligen Fruchtjoghurts ganz zu schweigen.
Im Orient und Nahen Osten, in Indien und Asien ist Joghurt Bestandteil vieler traditioneller Speisen: Mit Wasser und ein wenig Eis wird er zu einem erfrischenden Getränk, in der Türkei, in Syrien und Afghanistan gart man Fleisch und Gemüse darin und verwendet ihn als Dressing zu Rohkostsalaten sowie als Grundlage für Suppen.
In Europa wird Joghurt hauptsächlich mit Zucker, Honig, Konfitüre oder frischen Früchten zum Frühstück oder als Dessert gegessen. Er wird aber auch gern anstelle von Crème fraîche für Saucen und kalte Suppen verwendet. Außerdem macht Joghurt Mayonnaise leichter und erfrischender.
Tipp: Wird Joghurt stark erhitzt, wie in Suppen, Ragouts, Gratins und Farcen, sollte er mit etwas Stärkemehl verrührt werden. So gerinnt er nicht.
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