Königsberger Marzipan
Wer Marzipan sagt, denkt an Lübeck – wer Königsberg sagt, an Klopse. Doch einst war Ostpreußens Hauptstadt ebenso für dieses Konfekt berühmt. Von ganz besonderer Güte, stellen es einige wenige Konditoren noch heute her – nach Originalrezept.
Geheimtipp!
Achtung, Geheimtipp: In Berlin-Charlottenburg gibt es ein Lädchen, das nachmittags ab 14 Uhr öffnet (Pestalozzi-Str. 54a, Tel. 030/3238254). Dort versorgen sich Eingeweihte mit ihrem absoluten Lieblingsmarzipan, täglich frisch, manchmal noch warm vom Blech… „Du beißt ab. Der süße Schock bleibt aus – die weiche Masse schmeckt zuerst ein wenig nach frischem Toast, dann cremig, mehr und mehr blüht der Mandelgeschmack ganz auf, klingt leicht bitter nach und verlangt nach mehr.“
Marzipanpoeten
Die Rede ist von einem Feinschmeckermarzipan besonderer Güte. Zum Glück für derart schwärmende Marzipanpoeten hat sich vor rund 50 Jahren Familie Wald aus Königsberg hier niedergelassen, das streng geheime Marzipanrezepte im Gepäck – quasi als Existenzgrundlage. Was aber unterscheidet das Königsberger vom Lübecker Marzipan? „Unseres schmeckt herzhafter“, so Frau Wald. Mehr ist aus ihr nicht herauszubringen. Kein Geheimnis ist, dass die Grundbestandteile immer aus Mandeln und Zucker bestehen – von Fall zu Fall mit Zutaten wie Rosenwasser, einigen Bittermandeln, diversen Gewürzen und Aromen. Die Mischung aber ist streng vertraulich. Natürlich hütet auch Frau Wald ihr Rezept.
Edles Konfekt
Doch dass in ihrem Mandelprodukt mehr Mandeln enthalten sind, aber weniger Zucker, das kann der Endverbraucher mühelos herausschmecken. Ganz allgemein ist eine Mischung aus bis zu 35 Prozent Zucker mit 65 Prozent Rohmasse erlaubt. Im besten Fall beträgt das Verhältnis 10 Prozent Zucker zu 90 Prozent Rohmasse. Qualität und Mandelanteil sind die Hauptkriterien für die Güte des Konfekts. Es ist nicht bröckelig weiß, sondern cremig. Beim Königsberger Marzipan kommt als Geschmacksbelebung das „Flämmen“ hinzu. Die fertige Paste wird zum Schluß kurz im Ofen geröstet. Dadurch karamelisiert der Zucker, und der Geschmack wird herzhafter. Ob das schon das ganze Geheimnis ist?