Koriander
Bei frischem Koriander, der chinesischen Petersilie, teilen sich die Geschmäcker: Die einen lieben ihn über alles, die anderen können ihn nicht ausstehen. Bei der geschmacklichen Bewertung der Samenkörner ist man sich jedoch einig: wahrhaft köstlich!
Wie Bärlauch und Zitronengras, roter Pfeffer und Rauke erlebt auch das Korianderkraut derzeit eine Art Renaissance. Das frische und sehr intensiv schmeckende Grün aromatisiert Erbsensuppen und Scampis, Hühnchenbrustfilets und scharfe Currys, Quarkspeisen oder Kartoffelpüree. Koriander (Coriandrum sativum), ein einjähriges, 30 bis 60 Zentimeter hohes Doldengewächs mit weißen Blüten, bereichert schon seit Jahrtausenden die Küchen Asiens, Nordafrikas und Europas. Koriandergrün sollte man nur frisch verwenden und nicht mitkochen, da es sehr schnell sein Aroma verliert. Korianderblätter eignen sich weder zum Trocknen noch zum Einfrieren, dafür kann man aber die Stängel klein gehackt mit verwenden. In Thailand verzichtet man noch nicht einmal auf die Wurzeln.
Süße Früchte
Ganz anders als die Blätter und Stängel, viel würziger, fruchtiger (erinnern an Pomeranzen) und süßer schmecken die rotbraunen, kugeligen Früchte des Korianders. Sie werden als Gewürz beim Backen (z. B. Spekulatius, Lebkuchen, Schwarzbrot), bei der Wurstzubereitung (z. B. Schwartenmagen, Bratwurst, Salami), zum Einlegen von Gemüse, als Zutat für Eintöpfe (z. B. Kohl, Rüben, Wild) und zum Aromatisieren von Kräuterlikören, Gin und Wermut verwendet.
Feinwürziges Aroma
Koriander ist zudem ein wichtiger Bestandteil von Currygewürzmischungen, sowohl des nordindischen Garam masala als auch des südindischen Sambaar podi, aber auch der äthiopischen Würzmischung Berbere. Die kleinen Kügelchen werden unmittelbar vor der Verwendung kurz in einer heißen Pfanne ohne Öl erhitzt, bis sie zu dampfen beginnen, und dann in einem Mörser fein zermahlen. Nur so entfalten sie ihr feinwürziges Aroma, denn der hohe Gehalt an ätherischen Ölen verflüchtigt sich in gemahlenem Zustand viel zu schnell. Das nächste Mal also nicht zum Korianderpulver im Gewürzregal greifen, sondern lieber die ganzen Früchte verarbeiten!