Kürbis – oder: die größte Beere der Welt
Einst als Arme-Leute-Gemüse belächelt, erlebt der Kürbis in den letzten Jahren eine wahre Renaissance. Kaum ein Monat vergeht, in dem nicht neue Sorten und Rezepte auf den Markt kommen.
Lügen, Kirchenglocken und Mythen
Sollen Kürbisse ganz besonders üppige Ausmaße erreichen, ist der Bauer gehalten, bei der Aussaat der Kerne in jedem Fall wie gedruckt zu lügen – so eine uralte Volksweisheit aus der österreichischen Steiermark. In den ersten Maitagen ist also Vorsicht geboten, wenn man einem Kürbisbauern eine Frage stellt. Des Weiteren dürfen die Kerne nicht mit zu viel Erde bedeckt sein, weil sie sonst die Kirchenglocken nicht hören können, die zum Gebet rufen. Zahlreiche Mythen ranken sich um den Kürbis, der bereits vor rund 12000 Jahren von den indianischen Ureinwohnern in Peru und Mexiko neben Mais und Bohnen angebaut wurde. Kolumbus brachte als Erster Kürbissamen von Südamerika mit nach Europa. Zuvor war in Europa nur der aus Afrika stammende Flaschenkürbis bekannt: Als Topf, Schale, Flasche, Löffel und Karaffe genutzt, war dieser mehr Allround-Haushaltsgegenstand denn Nahrungsmittel gewesen.
Gehört zur Familie Curcubita
Der Kürbis, auch Bebe oder Plutzer genannt, ist eine einjährige Kletterpflanze und gehört – wie Zucchini, Melone und Gurke – botanisch zur Familie Curcubita. In erster Linie durch Züchtung sind inzwischen 118 Gattungen und etwa 850 Arten entstanden. Grob unterscheidet man zwei Sorten – den Sommer- und den Winterkürbis. Ein wenig verwirrend dabei ist, dass beide etwa zur selben Zeit angeboten werden. Doch in der Zubereitung unterscheiden sie sich.
Sommer- und ...
Sommerkürbisse haben keine oder nur ganz kleine Kerne und können – wie Zucchini und Gurken – mit Schale gegessen werden. Sie werden im Juli/August unreif geerntet und schmecken klein am besten. Man sollte sie dann möglichst schnell als Salat verarbeiten, schmoren, marinieren oder auch braten. Sommerkürbisse wie Patissons, Gelber Zentner und Spaghettikürbis erfordern nur eine relativ kurze Garzeit und lassen sich hervorragend mit anderen Gemüsen sowie Kräutern kombinieren.
... Winterkürbis
Zu den Winterkürbissen, die sich ohne Probleme ein paar Monate lagern lassen (Stil nicht entfernen!), gehören neben anderen auch der große runde Gartenkürbis und der japanische Hokkaido. Die Schale, die Kerne und die sie umgebenden bitteren Fasern sind eher nicht zum Verzehr geeignet. Beim Einkauf sollte der Winterkürbis eine unversehrte, glatte Schale aufweisen und beim Klopfen hohl klingen.