
Foto: felinda - Fotolia.com
Möhren
Die orangefarbenen süßen und saftigen Wurzeln sind äußerst schmackhafte Geschöpfe. Sie lassen sich raspeln, auspressen, marinieren, kochen, braten, backen und grillen.
Das Interessanteste vorweg: Die uns bekannte längliche orangefarbene Möhre, Mohrrübe oder Karotte (Daucus carota subsp. Sativus) kann gleich zwei wilde Ursprungsarten aufweisen: eine weiße aus dem Mittelmeergebiet und eine gelbe sowie dunkelviolette aus dem heutigen Afghanistan und Iran – und die waren eher klein, hart, holzig, herb und bitter.
Ihren süßen Geschmack und ihre orange Farbe verdankt die Möhre allein holländischen Gartenbauingenieuren, die sie als Tribut für Wilhelm I., Fürst von Oranien, Mitte des 16. Jahrhunderts geschaffen haben. Der Versuch einer Supermarktkette in Großbritannien, die traditionelle bittere lila Sorte im Jahr 2002 wieder einzuführen, scheiterte. Die Kunden bevorzugten die selektiv gezüchtete süße Sorte in Orange.
Essbare Wurzeln – und damit auch die Möhren – zählen zu den ältesten Nahrungsmitteln, die den Menschen zur Verfügung stehen. Noch heute ist die Mohrrübe nach der Tomate das zweitliebste Gemüse der Europäer. Aus guten Gründen: Sie kann mindestens acht Monate im Jahr geerntet werden, benötigt je nach Sorte zwischen 70 und 220 Tagen bis zur Reife und hält sich (ohne Laub) im Kühlschrank fünf Tage. Mit Sand bedeckt, lässt sie sich im kühlen Keller sogar über mehrere Monate lagern.
In der Küche erweist sich die Feldfrucht als außerordentlich vielseitig: Sie lässt sich roh zu einem wohlschmeckenden Saft auspressen und geschält, geraspelt oder gerieben (mit Zitronensaft oder einer Vinaigrette) als knackiger Salat anrichten. Dazu passen Sardellen, Tunfisch, Weintrauben, Äpfel, Orangen und Trockenfrüchte.
Je nach Bedarf kann man die Möhren auch in Scheiben, Stücke, Stifte, Würfel oder dünne Streifen (Julienne) schneiden, mit wenig Wasser, Salz und einer Prise Zucker bissfest kochen oder dampfgaren und sie mit Butter, Crème fraîche und/oder frischen Kräutern (zum Beispiel Petersilie oder Basilikum) verfeinert servieren.
Mit Gemüsefond, Apfel- oder Orangensaft und einem Hauch Curry wird aus der zur Familie der Doldenblütler gehörenden Karotte eine äußerst delikate Suppe oder ein wohlschmeckendes Püree. Als Bestandteil des Suppengrüns gehören klein geschnittene Möhren in jeden guten Fond und in jede klare Suppe.
Last, but not least: Möhren haben von allen Gemüsen – neben rotem Paprika – den höchsten Gehalt an Provitamin A, der Vorstufe des Vitamins A. Außerdem sind sie reich an Vitamin E, Eisen, Jod und Betacarotin, das bekanntlich den Blick schärfen soll.
Diese und andere Rezepte mit Möhren finden Sie in unserer großen Rezeptdatenbank: