Pilze – Kleine Freunde des Waldes
Im Sommer beginnt traditionell die Pilzsaison. Die Feuchtigkeit des letzten Monats lässt auf eine reiche Ernte in diesem Jahr hoffen. Hier eine kleine, feine Auswahl der verbreitetsten heimischen Exemplare dieser aromatischen Früchte.
Wiesenchampignon
Er ist wohl der bekannteste Wildpilz, auch wenn man ihn kaum noch auf heimischen Weiden und Wiesen findet. Die im Handel angebotenen Exemplare stammen alle aus Zuchtbetrieben. Saison ist vom Frühsommer bis zum Herbst. Der Wiesenchampignon kann bis zu zwölf Zentimeter hoch und breit werden. Je älter der Pilz ist, desto dunkler sind seine Lamellen. Junge Exemplare können auf jede erdenkliche Art zubereitet werden, ältere dagegen eignen sich eher zum Trocknen.
Stockschwämmchen
An diesem sehr guten und geschätzten Speisepilz sind nur die Hüte schmackhaft, die Stiele sind zäh und zum Essen eher ungeeignet. Er macht sich besonders gut in Suppen, die mit saurer Sahne oder mit Crème fraîche zubereitet werden. Getrocknete Stockschwämmchen haben ein sehr intensives Aroma und sollten nur sparsam verwendet werden. Sie gedeihen von Mai bis November in Laub- und Nadelwäldern, am liebsten an Baumstümpfen und liegenden Stämmen.
Krause Glucke oder Fette Henne
Sie sieht völlig anders aus als alle anderen Waldpilze. Kein Wunder, dass die Engländer diesen Pilz Blumenkohlpilz nennen. Die Krause Glucke (oder Fette Henne) ist nicht mehr häufig anzutreffen und wenn, dann nah am Stamm im Wurzelbereich von Kiefern. Sie ist sehr bissfest und hat einen schönen nussigen Geschmack.
Maronenröhrling
Er wächst in allen Mischwäldern vom Frühsommer bis zum Herbst. Exemplare, die unter Nadelbäumen stehen, sind dunkler und glatter als solche, die unter Laubbäumen wachsen. Man kann Maronenröhrlinge in Öl, Essig oder Wein einlegen, trocknen, roh oder auch frisch gebraten genießen.
Steinpilz
Der König unter den Wildpilzen! Einzelne Exemplare können bis zu einem Kilo wiegen. Man findet ihn von Sommer bis Herbst in Nadel-, Laub- und Mischwäldern, auf Grasstreifen, neben Heidekraut und Zwergweiden. Steinpilze zählen zu den schmackhaftesten und vielseitigsten Pilzen in unseren Breiten.
Speisemorchel
Ein äußerst delikater Vertreter der Morchelfamilie, der im Frühling in Gärten, auf Wiesen, an Straßenrändern und still gelegten Bahngleisen wächst. Am besten getrocknet verwenden.
Speisetäubling
Er gedeiht ausschließlich unter Kiefern, und zwar vom Sommer bis zum Spätherbst. Er kann leicht mit anderen, giftigen Vertretern seiner Familie verwechselt werden und sollte aus diesem Grund nur von wirklichen Pilzkennern gesammelt werden.
Riesenbovist
Er ist ein wahrer Riese unter den Wildpilzen und kann bis zu 80 (!) Zentimeter groß werden. Man findet ihn bei feuchtem Wetter von Frühsommer bis Spätherbst in Gärten, auf Viehweiden, in Wäldern und an Dämmen. In Scheiben geschnitten, lässt er sich wie Wiener Schnitzel zubereiten!
Birken- oder Heide-Rotkappe
Dieser Röhrlingspilz ist ein Leckerbissen und wächst von Hochsommer bis Spätherbst unter Birken und im Gebüsch und kann bis zu 30 Zentimeter hoch werden. Er ist in der Küche vielseitig verwendbar und lässt sich gut trocknen.
Hallimasch
So gut er auch schmeckt, ist er im Grunde ein gemeiner Waldparasit, weil er seine Baumwirte tötet. Man findet ihn vom Frühsommer bis in den späten Winter an lebenden und abgestorbenen Bäumen in Laub- und Nadelwäldern. Trocknen macht ihn zäh, deshalb sollte man ihn immer nur frisch verwenden.
Semmelstoppelpilz
Der Leckerbissen unter den Wildpilzen ist nur schwer zu finden. Er wächst meist in großen Gruppen an feuchten Stellen unter Laub- und Nadelbäumen (Entwässerungsgräben, Moospolstern) vom Spätsommer bis zum Spätherbst. Sein dicker, leicht pfeffrig schmeckender Hut wird bis zu 15 Zentimeter groß. Größere Exemplare sollten vor dem Braten blättrig geschnitten werden.
Der Klassiker für alle Pilzsammler und solche, die es werden wollen, ist der Kosmos Naturführer „Essbare Pilze und ihre giftigen Doppelgänger“ (9,95 Euro).
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