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Rettich - Ganz schön scharf
Viele halten Rettich für ein typisch bayerisches Gemüse, weil der Radi dort bei keiner Brotzeit fehlen darf. Tatsächlich aber kommt er ursprünglich aus Vorderasien und ist eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt.
Kraft für Mammutleistung
Angeblich soll Rettich zusammen mit Zwiebeln und Knoblauch den Arbeitern der ägyptischen Pyramiden die nötige Kraft für ihre Mammutleistung gegeben haben. Die Römer brachten ihn um 50 v. Chr. über die Alpen nach Mitteleuropa, und die Germanen waren von den knackfrischen Wurzeln sofort begeistert. Im 13. Jahrhundert avancierte der Rettich gar zur Heilpflanze – als Mittel gegen Husten, Gallen- und Verdauungsbeschwerden.
Gehört zur Familie der Kreuzblütler
Der Rettich (bot. Raphanus sativus) gehört zur Familie der Kreuzblütler. Was wir vom ihm essen, sind die verdickten Wurzeln. Rettich gibt es in den unterschiedlichsten Farben – von Schneeweiß über Rot und Blau bis Schwarz – und dazu in unterschiedlichen Formen: von den kleinen, scharfen, runden Radieschen bis zum 50 cm langen, milden Japanrettich, auch „Familienrettich“ genannt. Frühjahr- und Sommerrettiche haben eine hellere, weiße oder rote Schale; Winterrettiche sind dunkler, jedoch schärfer und reicher an Inhaltsstoffen.
Ein echter Kaminputzer
Für die gesunde Schärfe im Rettich sind Senföle verantwortlich. Und schon Pfarrer Kneipp erkannte: „So wie der Wirt die Lumpen herauswirft, wirkt der Rettich auf den Magen.“ Er ist ein echter Kaminputzer für den Unterleib. Außerdem enthält er noch weitere wertvolle Inhaltsstoffe wie Kalzium, Kalium, Phosphor, Natrium und auch zahlreiche Vitamine sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Rettich sollte frische grüne Blätter haben. Die Schale sollte keine Risse aufweisen und der Korpus schön fest sein. Am besten schmeckt Rettich roh und in hauchdünne Scheiben geschnitten. Wer ihn nicht so scharf haben will, streut Salz auf die Scheiben und lässt es etwa zehn Minuten einziehen. Besonders delikat schmeckt Rettich, wenn man ihn mit Kürbiskernöl beträufelt und sofort verspeist.