Rote Früchtchen
Obwohl sie als urdeutsches Wintergemüse gilt, stammt die Rote Bete ursprünglich von den Küsten des Mittelmeeres, wahrscheinlich aus Nordafrika. In der Küche entpuppt sie sich als wahrer Verwandlungskünstler.
Ein Tausendsassa
Sie lässt sich kochen, braten, backen und frittieren, schmeckt warm als Gemüse und kalt in Essig eingelegt. Doch Vorsicht! Der rote Farbstoff (Betanin E 162) der Roten Bete, die eigentlich eine Rote Rübe ist, hat es in sich: In der Lebensmittelindustrie werden damit Marmeladen, Eis und Süßwaren gefärbt. Deshalb immer erst nach dem Kochen oder Backen – am besten in Küchenhandschuhen – schälen. Labskaus wäre ohne Rote Beete ebenso undenkbar wie das russische Nationalgericht Borschtsch. Gekocht und fein geraspelt gehört sie in jeden Rohkostsalat und unter den in Essig eingelegten Gemüsen belegt sie einen der Spitzenplätze in deutschen Vorratsschränken.
Vetter der Gemeinen Runkelrübe
Die fleischige Wurzelknolle mit den langen grünen Blättern, die übrigens früher wie Spinat zubereitet wurden, gehört zur Familie der Gänsefußgewächse und ist sowohl mit dem Mangold als auch mit der Zuckerrübe verwandt. Schon die alten Griechen kannten die damals noch länglichen Wurzeln, und Hippokrates (etwa 400 v. Chr.) empfahl diese als Mittel gegen Hautentzündungen und Infektionskrankheiten. In Deutschland ist der Vetter der Gemeinen Runkelrübe (Beta vulgaris) ungefähr seit dem 13. Jahrhundert bekannt. Heute ist Rote Bete meistens rund, wiegt 100–600 Gramm pro Knolle und wird in allen Ländern mit gemäßigtem Klima angebaut. Bei uns wird sie im Sommer gepflanzt, von Oktober bis zum ersten Frost geerntet und, in kühlen Räumen gelagert, den ganzen Winter über angeboten. Rote Beete, die im Frühjahr auf den Markt kommt, wurde unter Glas oder Folie gezogen.
Nicht nur gesund!
Rote Bete ist kalorienarm und reich an Vitaminen (Folsäure) und Mineralstoffen (vor allem Kalium, Magnesium, Eisen, Kupfer und Mangan) und wirkt appetitanregend und verdauungsfördernd. Leider enthält Rote Bete auch viel Oxalsäure, die die Bildung von Nierensteinen begünstigt, und Nitrat, das sich beim langen Warmhalten oder erneutem Aufwärmen in giftiges Nitrit umwandelt. Deshalb sollten die roten Knollen am besten aus biologischem Landanbau stammen und zusammen mit Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln wie Äpfeln oder Orangen zubereitet werden, denn Vitamin C hemmt die Bildung von Nitrit.