Zart bis herzhaft – Schinken im Überblick
Obwohl für Schinken ausschließlich die Hinterkeulen von Schweinen, Rindern und anderen Huftieren verwendet werden, ist die Auswahl an Sorten riesengroß. Der Grund dafür sind die unterschiedlichen traditionellen Methoden der Konservierung und Würzung.
Frisches Fleisch hält sich nicht lange, schon gar nicht, wenn man weder über einen Kühlschrank noch über eine Gefriertruhe verfügt. Schon früh entdeckten die Menschen zwei Mittel der Konservierung: Salz und Rauch bzw. Luft. Dazu wird das frische Fleisch mit Salz und Gewürzen eingerieben, in Salzlake eingelegt und entweder bei 17° bis 26° C „kalt“ oder bei 40° bis 90° C „heiß“ geräuchert oder aber reift monatelang an der kalten, trockenen Luft. Das Ergebnis ist im Idealfall ein Schinken mit individuellem Geschmack.
Hier eine kleine Auswahl:
Holsteiner Katenschinken wird von Hand trocken gepökelt, 3 bis 4 Wochen abgedeckt gelagert und dann 4 bis 8 Wochen über harzfreiem Buchenholz kalt geräuchert. Er ist saftig-zart und schmeckt nussig-mild bis herzhaft.
Ardenner Kernschinken wird mit Salz, Zucker und Gewürzen nass gepökelt und über Wacholder kalt geräuchert. Er ist sehr mager und herzhaft-mild.
Schwarzwälder Schinken darf nur im Schwarzwald hergestellt werden. Er wird mit Gewürzen schwach gesalzen und nach mehreren Wochen Reife über harzigem Nadelholz kalt geräuchert. Er schmeckt kräftig, rauchig, würzig.
Bündner Fleisch wird aus Rinderkeulen hergestellt, die gesalzen, in eine Gewürz- und Kräutermischung eingelegt und monatelang luftgetrocknet werden. Es ist sehr fest und schmeckt herzhaft-kräftig.
Ammerländer Katenschinken wird trocken gesalzen, mit braunem Zucker eingerieben, dann über Buchenholz mit Gewürzen langsam kalt geräuchert. Er schmeckt mild-würzig.
Lachsschinken wird aus Schweinerücken hergestellt, mild gepökelt, warm geräuchert und mit einer dünnen Speckschicht umwickelt. Er ist sehr mager und schmeckt mild und zart.
Parmaschinken stammt aus bestimmten, genau festgelegten Regionen Italiens. Er wird mit Meersalz leicht eingerieben und über ein Jahr luftgetrocknet. Er schmeckt leicht süß-nussig und ist sehr mild.
Pata-Negra-Schinken stammt von einer schwarzfüßigen Schweinerasse in Spanien, die sich überwiegend von Eicheln ernährt. Er wird mit Meersalz gepökelt, rund 12 Monate luftgetrocknet und schmeckt intensiv, fein-würzig.
Serrano-Schinken kommt meist aus den spanischen Bergen. Er wird mit Meersalz gepökelt und dann 12 bis 24 Monate luftgetrocknet. Sein Geschmack ist fein-nussig mit leicht würzigem Aroma.
(Süd-)Tiroler Bauernspeck wird über Nadelholz kalt geräuchert oder lange luftgetrocknet. Er schmeckt kernig, kräftig, würzig.
Westfälischer Knochenschinken wird trocken von Hand gepökelt und über Buchenholz kalt geräuchert. Sein Geschmack ist fein-würzig und leicht salzig.