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Zimt
Er riecht nach Orient und Paradies. Er edelt nicht nur Süßspeisen, Gebäck und heiße Getränke, auch herzhaften Gerichten verleiht er das gewisse Etwas.
1502 brachte der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama erstmals Zimt von Ceylon nach Europa, wo es schnell zum teuersten Gewürz wurde: Als Demonstration seines unendlichen Reichtums verbrannte im Jahre 1530 der Kaufmann und Bankier Anton Fugger die Schuldscheine des deutschen Kaisers Karl V. in einem Feuer aus Zimtstangen.
Zimt zählt heute zwar nicht mehr zu den teuersten, zweifelsohne aber zu den ältesten bekannten Gewürzen. Er wird bereits im Alten Testament erwähnt. Im antiken und mittelalterlichen Handel mit Indien, Arabien und China spielte Zimt eine wesentliche Rolle als Duftmittel und Gewürz.
Die geschälte, fermentierte und getrocknete Rinde von den Zweigen des Zimtbaumes kommt in eingerollten und ineinander gesteckten Stücken als Stangenzimt oder zu Pulver gemahlen in den Handel.
Der weiche, zarte und matt hellbraune Ceylon-Zimt (Cinnamomum zeylanicum) von der Insel Sri Lanka schmeckt süßlich, ist äußerst aromatisch und kaum bitter.
Aus Südchina und Vietnam stammt der billigere, dunklere, dickrindigere, auch als Kassie, Kassia, Casia oder Kasia bezeichnete Chinesische Zimt (Cinnamomum cassia). Er schmeckt schärfer, würziger als die Rinden aus Sri Lanka und wird meist zu Pulver zermahlen und mit Ceylon-Zimt veredelt.
Aromatisch, weniger herb und dem Ceylon-Zimt sehr ähnlich, allerdings etwas dumpfer schmeckt der Indonesische Zimt (Cinnamomum burmannii), der auch unter dem Namen Padang-Zimt in den Handel gelangt.
Zimtpulver ist in etlichen Gewürzmischungen enthalten, z. B. im nordindischen Garam masala, dem anglo-indischen Currypulver, dem saudi-arabischen Baharat, dem marokkanischen Ras el-Hanout, dem tunesischen Gâlat dagga und dem Berbere Äthiopiens. Auch in den französischen Quatre épices und den mexikanischen Mole-Saucen sowie im chinesischen Fünf-Gewürze-Pulver findet sich häufig Zimt.
In unserer Küche dient Zimt zum Würzen von Süßspeisen (z. B. Apfelstrudel), Kompotten (z. B. aus Äpfeln oder Birnen), Gebäck und Milchreis sowie zum Aromatisieren von Glühwein, Likören, Punsch, Kakao, Kaffee und Tee.
Sparsam dosiert bereichert er den griechischen Hackfleisch-Auberginen-Auflauf Moussaka, den französischen Gemüseeintopf Ratatouille, den orientalischen Pilaw-Reis, die feurigen Rindercurrys Sri Lankas, indische und arabische Geflügel- und Hackfleischgerichte, würzige Saucen zu Wild, Linsensuppen und Rotkohl. Eine halbe Zimtstange im Kochwasser eines Hummers verstärkt den zart-süßen Geschmack des edlen Schalentiers.
TIPP: Zimt nicht zu lange mitkochen, sonst wird er bitter.
Hier eine kleine Auswahl an Rezepten mit Zimt aus unserer großen Datenbank: