Im Jahre 854 n. Chr. kam der Benediktinermönch Wandalbertus zu der Erkenntnis, dass Waldmeister hervorragend schmeckt, wenn er mit etwas Wein aufgegossen wird. Heute gehört die Waldmeisterbowle zweifellos zu den Bowlen-Klassikern.
In der Klosterbibliothek zu Fulda findet sich in einem Buch aus dem Jahr 1417 die Beschreibung eines Getränks aus Wein, Rosenblüten, Fichtennadeln und Honig, das einer Bowle schon sehr nahe kommt. Serviert wurde die Erfrischung zudem in einem großen Gefäß. Daher auch ihr Name, denn im Englischen nennt man eine große Schale bowl.
Ihren ersten großen Boom erlebte die Bowle im 19. Jahrhundert, als man Weiß-, Rosé- oder Rotwein und Schaumwein, Sekt oder Champagner, Cidre oder sogar Bier mit unterschiedlichsten Früchten (Erdbeeren, Pfirsichen, Bananen, Birnen etc.) ansetzte, mit Kräutern würzte und mit Schnapskirschen, Rumfrüchten oder Likör zusätzlich alkoholisierte.
Die spanische Sangria ist im Prinzip nichts anderes als unsere Bowle: Rotwein, Zitrus- und andere Früchte werden mit einem Schuss Brandy und viel Eis in einem großen Krug gebadet. Seinen Namen verdankt die Sangria dem spanischen sagrar, was so viel wie „bluten“ bedeutet und sich auf die Farbe des Weines bezieht.
Alle frischen Früchte eignen sich für eine Bowle, Hauptsache, sie sind gut gewaschen, in mundgerechte Happen geschnitten und am besten in Bio-Qualität. Einige Scheiben Zitronen liefern zusätzliche Säure, einige Löffel Honig zusätzliche Süße.
Grundrezept für alle Bowlen: kalten Wein in ein Gefäß geben, Früchte zugeben und ein, zwei Stunden stehen lassen. Erst kurz vor dem Servieren mit der gleichen Menge eiskaltem Schaumwein (oder Mineralwasser) auffüllen. Diese einfache Zubereitung macht die Bowle zum beliebtesten Sommerparty-Getränk in Deutschland.
Wer auf Alkohol verzichten möchte, verwendet statt Wein Fruchtsäfte, (Früchte-)Tee, Molke oder Buttermilch.