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TRINKGESCHICHTE
Domaine de Baron’Arques
Eliteschüler aus dem Languedoc
Ein Wein aus der Familie der Baronin Philippine de Rothschild kann kein einfacher Tropfen sein. Er ist entweder edel von Geburt wie Château Mouton Rothschild aus dem Bordeaux oder ein Musterschüler wie Domaine de Baron’Arques aus dem Limoux.


Leicht haben es die Reben hier nicht

In 250 bis 350 Meter Höhe kann es im Winter auch in der südwestfranzösischen Weinbauregion Limoux ganz schön kalt werden. Im Sommer verweht ein leichter Wind die flirrende Hitze zwischen den Rebstöcken. Warm-trockene Luft vom Mittelmeer und warm-feuchtes Klima vom Atlantik wechseln sich ab. Leicht haben es die Reben hier nicht. Dicht gedrängt stehen sie in schnurgeraden Reihen und kämpfen um jeden Milliliter Wasser, um jedes Milligramm Mineralstoffe – 7500 Pflanzen auf einem Hektar (die meisten anderen Weinberge in der Region tragen lediglich 3000 Rebstöcke pro Hektar). Tief müssen sie ihre Wurzeln in den knochentrockenen Boden aus Ton, Kalkstein, Kies und Sand treiben. Es ist eine harte Jugend für einen Wein, der später einmal den stolzen Namen „Baron’Arques“ aus dem Hause Baronin Philippine de Rothschild tragen wird.

„Baron’Arques“ ist das jüngste Kind der Baronin. 1998 hat sie gemeinsam mit ihren Söhnen Philippe und Julien die 48 Hektar große ehemalige Domaine de Lambert in der Gemeinde Saint-Polycarpe im Departement Aude gekauft. Das Weingut, im 16. Jahrhundert im Besitz der Abtei von Saint-Polycarpe, war in einem erbärmlichen Zustand und musste dringend renoviert werden. Die alten Rebstöcke wurden durch neue, edlere ersetzt: 70 Prozent stammen von Bordeaux-Rebsorten vom Atlantik (Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc), 30 Prozent von mediterranen Rebsorten aus dem Languedoc (Grenache, Malbec, Syrah).

Von Hand geerntet und sortiert

Die besten Geologen, Önologen, Ökonomen, Kellermeister, Techniker und Gärtner kümmerten sich um die Erziehung des jungen „Baron’Arques“. Es wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, um dem Wein ein eigenes, aber doch internationales Profil zu geben. Nichts wurde dem Zufall überlassen, nur Qualität zählte. Wie im Bordelaiser Mutterhaus Château Mouton Rothschild wurden die Rebsorten getrennt von Hand geerntet und sortiert. Zwei bis vier Wochen, je nach Rebsorte, blieben die einzelnen Weine auf der Maische, bekamen Farbe und Fülle. In kleinen, neuen, zwei und drei Jahre alten Eichenholzfässern konnten sie reifen und sich entwickeln. Am Schluss stand dann die Assemblage, d. h. die Vermählung der unterschiedlichen Weine zu einer Cuvée, hier zur Cuvée „Baron’Arques“.

Vergnüglicher Genuss!

Im Oktober 2005 kam die erste Flasche des neuen Weins in den Handel. Der Name ist eine Reminiszenz an die „Vignerons du Sieur d’Arques“, eine der besten Winzergenossenschaften im Languedoc-Roussillon. Groß waren die Erwartungen. Konnte der Wein neben seinen älteren, weltberühmten Brüdern, dem „Opus One“ aus Kalifornien und dem „Almaviva“ aus Chile, bestehen? Er konnte – und wie! Brillantes, tiefes Rubinrot im Glas, dicht und komplex, mit intensiven Aromen von Kirschen, Schwarzen Johannisbeeren, dunkler Schokolade, Karamell und kandierten Orangenschalen sowie einem Hauch Piment und Rosenblättern. Im Mund frisch und elegant mit Noten von Zimt, Pfeffer und frischer Minze. Auf der Zunge geschmeidig mit samtigen Tanninen und einem schmeichelnden Abgang. Ein Wein, der bereits jetzt großes Vergnügen bereitet, aber auch in zehn Jahren ein Genuss sein wird. Das gilt übrigens auch für seinen jungen Bruder, den 2006er.


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