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TRINKGESCHICHTE
Traumhafte Küste in Griechenland
Griechischer Wein …
… braucht sich längst nicht mehr vor der internationalen Konkurrenz zu verstecken. Er ist auf dem besten Weg, seinen Geheimtipp-Status zu verlieren.



Himmlischer Seitensprung

Die griechische Weingeschichte begann mit einem himmlischen Seitensprung: Obergott Zeus hatte sich in die schöne Seleme verguckt. Das Ergebnis der außerehelichen Liaison war Dionysos, der spätere Gott des Weines. Schon 800 v. Chr. beschreibt der Dichter Homer in der Ilias den Wein als Hausgetränk der Helden des trojanischen Krieges. Die Römer übernahmen die Technik des Weinbaus von den Griechen. Der römische Dichter Vergil (70–14 v. Chr.) bemerkt dazu: „Es wäre leichter, in Griechenland die Sandkörner zu zählen als die verschiedenen Rebsorten.“ Noch heute werden rund 300 autochthone Rebsorten in Griechenland kultiviert, Sorten also, die nur dort zu finden sind.

Mandelari, Kotsifali und noch viel mehr

Die Berge auf der Insel Kreta schützen die Weinfelder vor den heißen Südwinden und versorgen sie im Frühjahr mit ausreichend Schmelzwasser. Das Ergebnis sind gehaltvolle Cuvée-Rotweine aus den Rebsorten Mandelari und Kotsifali sowie ein Likörwein aus Liatiko-Reben. In Mazedonien werden hauptsächlich kräftige, säure- und tanninbetonte Rotweine aus Xinomavro hergestellt, der hochwertigsten griechischen Rotweinrebe. Im Alter können Weine, vor allem aus der Appellation Naoussa, ein Bukett entfalten, das an feinen Barolo oder Pinot Noir erinnert.

Bekannteste Rebsorte: weiße Savatiano

Auf dem Peloponnes, in erster Linie im Norden bei Patras, wachsen Mavrodaphne-, Roditis- und Sideritis-Reben. Im Zentrum bei Nemea dominiert Agiorgitiko, die beste rote Rebsorte Süd-Griechenlands, aus der sehr üppige Weine gekeltert werden. In Mantinia überwiegen Moskofilero-Reben sowie die Sorte Asproudes. In Zentralgriechenland und Euböa, wo zwei Drittel des griechischen Weins produziert werden, sind die Hauptrebsorten Savatiano und Roditis. Die weiße Savatiano mit ihrem Orangen- und Pfirsicharoma ist die bekannteste Rebsorte Griechenlands, da aus ihr Retsina gemacht wird. Retsina (rezine = Harz) wurde schon im antiken Hellas hergestellt: Damit der Wein in dem heißen Klima nicht verdarb, dichtete man die Amphoren mit Pinienharz ab oder gab auf die Oberfläche des Weines eine Harz-Öl-Schicht. Daraus entwickelte sich der für die griechische Weinkultur charakteristische Wein, wobei die Methode des Harzens noch heute angewendet wird.

Ägäische Inseln

Die Ägäischen Inseln im Osten Griechenlands sind nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel, sie haben auch eine große Bedeutung im griechischen Weinbau. In den Weinbergen von Samos findet man vor allem den weißen Muskat, aus dem die bekannten Süßweine hergestellt werden. Auf Rhodos werden vor allem Athiri- und Mandelari-Reben angebaut, die körperreiche Weiß- bzw. Rotweine ergeben. Von Limnos kommt hauptsächlich trockener und süßer Muskatellerwein. Die zwei wichtigsten Rebsorten auf Paros, Malvasia und Monemvasia, bringen fett-fruchtige Weiß- bzw. extraktreiche Rotweine hervor. Auf Santorin werden zu 80 % weiße und 20 % rote Rebsorten angebaut. Beeindruckend sind die kraftvollen, sehr trockenen Weißen von alten Assyrtiko-Reben.

Angesichts der Vielfalt an Rebsorten und Weinstilen sowie dem Engagement der Winzer ist aus Griechenland noch viel zu erwarten.


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