Der Aufbruch
Vor 40 Jahren war Aimé Guibert ein Pionier des Qualitätsweins im Languedoc. Seine Weine spiegelten nicht nur das Terroir wider, also Boden und Klima, sondern auch die Kultur der Region. Heute sind Guibert und sein Cuvée-Wein „Mas de Daumas-Gassac“ längst nicht mehr allein an der Spitze. Zwischen der Camargue und den Pyrenäen, den Ausläufern des Zentralmassivs und dem Mittelmeer gibt es gegenwärtig 26 verschiedene Weinregionen mit geschützter Ursprungsbezeichnung (Appellation d’Origine Contrôlée = AOC).
In den meisten werden nicht nur schlichte Alltagstropfen, sondern auch reben- und terroirtypische Spitzenweine gekeltert, darunter ausgesprochen viele von Trauben aus ökologischem oder biologisch-dynamischem Anbau.
Die Reform
Seit Anfang April 2011 hat das Languedoc die Klassifikationen seiner AOC-Weine pyramidenmäßig neu organisiert:
* Die breite Basis der Pyramide bilden die Weine des AOC Languedoc, die etwa 30 Prozent der Gesamtproduktion darstellen.
* Im mittleren Bereich der Pyramide finden sich die Grands Vins du Languedoc mit 22 etablierten AOC, die typisch für das Terroir sind, wie z. B. Minervois, Corbières, Saint Chinian, Limoux rouge, Malepère, Faugères, Cabardès und Picpoul de Pinet sowie der natürliche Süßwein Muscat. Das sind etwa 60 Prozent der Gesamtproduktion.
* An der Spitze der Pyramide stehen Les Grands Crus du Languedoc – ausdrucksstarke Terroirweine mit Seltenheitswert. Für die Weißweine gilt ein Ausbau von mindestens sechs Monaten, für die Roten von wenigstens zwölf Monaten. Nach der Abfüllung, die im Produktionsgebiet erfolgen muss, steht eine sensorische Prüfung an. Die in dieser Kategorie beheimateten AOC sind: Corbières-Boutenac, Minervois La Livinière, Terrasse du Larzac, Grès de Montpellier, Pic Saint Loup, Pézenas, La Clape, Limoux blancs, Saint Chinian Roquebrun und Saint Chinian Berlou.
Beispielhafte Weine
Von der Region Côtes du Rhône bei Avignon im äußersten Westen bis hinunter in die Region Collioure an der Grenze zu Spanien gibt es viel zu entdecken. Zum Beispiel die kleine Appellation Lirac an der Autobahn A9. Eingebettet zwischen Tavel, Frankreichs Roséwein-Region, und Côtes du Rhône Village entstehen kräftige, ausdrucksstarke und doch elegante und samtweiche Rotweine, die den Vergleich mit ihrem wesentlich teureren Nachbarn nicht zu scheuen brauchen.
Auch die Rotweine der AOC Costières de Nîmes rund um die Stadt, in der im 19. Jahrhundert der Blue-Jeans-Stoff erfunden wurde, zeichnen sich durch eine Dichte und Komplexität aus, wie man sie sonst nur in der Bourgogne und in besten Rhône-Lagen findet. Kein Wunder: Das Terroir – Kalk-Kiesel-Boden – ähnelt dem der berühmten Appellation Châteauneuf-du-Pape. Bestes Beispiel sind die Rotweine von Château Mourgues du Grès in Beaucaire: sehr fruchtig und frisch, charaktervoll und mit einem beachtlichen Reifepotenzial zu einem (noch!) sensationell günstigen Preis.
Tipp: Zahlreiche Verkostungsnotizen von Weinen aus dem Languedoc-Roussillon (inklusive Speiseempfehlungen) finden Sie in unserer Getränke-Datenbank.
Noch mehr Informationen über die Weinbauregion Languedoc-Roussillon finden Sie unter
www.languedoc-wines.com
www.info-roussillonweine.de
www.suddefrance-export.com
www.laregion.fr
www.franceguide.com