Zwar dürfen sie nicht „méthode champenoise“ auf ihr Etikett schreiben, doch werden die Sekte von deutschen Spitzenweingütern auf die gleiche Weise hergestellt wie die Schaumweine in der Champagne: Der bereits durchgegorene Grundwein – entweder von einer einzigen Rebsorte oder eine Mischung aus verschiedenen (Cuvée) – wird mit Hefe und Zucker oder Traubenmost versetzt und in Flaschen gefüllt, wo er eine zweite Gärung erfährt. Mindestens neun Monate muss er in der Flasche lagern, so schreibt es das Gesetz vor. Viele Winzer lassen ihren Sekt aber länger reifen, bis zu acht Jahre, was zu deutlich besseren Ergebnissen führt, aber natürlich um einiges teurer ist, denn Zeit und Platz kosten auch im Sektkeller Geld.
Während sich der Wein langsam in Sekt verwandelt, werden die Flaschen mit der Hand oder von Maschinen gerüttelt. Dadurch lagert sich die Hefe im Flaschenhals ab, und der Wein klärt sich. Erst kurz vor der Auslieferung des Sektes wird die Hefe entfernt, indem man den Flaschenhals und somit die Hefe gefriert. Nach Entfernen des Korkens schießt die Hefe aufgrund des enormen Innendrucks (bis zu 10 bar) aus der Flasche heraus. Anschließend wird der Sekt mit einer geringen Menge in Wein aufgelösten Zuckers aufgefüllt und für den Verkauf fest verkorkt. Fast alle Winzersekte entstehen auf diese Weise, im Gegensatz zum industriell hergestellten Sekt, der in riesigen Stahltanks produziert wird. Das Aufregende an deutschen Winzersekten ist ohne Frage ihre besondere Individualität und Vielfalt. Gute Winzersekte sind im Grunde so eigenständig und facettenreich wie die Winzer und ihre Weine. Da gibt es noch viel zu entdecken.
brut nature (naturherb) unter 3 g/l
extra brut (extra herb) 0–6 g/l
brut (herb) bis 15 g/l
extra dry (extra bzw. sehr trocken) 12–20 g/l
sec (dry, trocken) 17–35 g/l
demi sec (medium dry, halbtrocken) 33–50 g/l
doux (mild, süß) mehr als 50 g/l