Inzwischen leiten Jacopo und seine drei Geschwister Giampaolo, Barbara und Andrea die Destillerie Poli nach dem Motto: „Es ist ganz einfach, guten Grappa zu machen. Man braucht nur frischen Trester und hundert Jahre Erfahrung.“ Trester ist das, was beim Keltern des Weins übrig bleibt, also Schalen und Kerne. Der wird tropfnass angeliefert, mit Wasser verdünnt und in Korbsieben in Brennkesseln über Wasserdampf oder im Wasserbad destilliert.
Und das macht den Grappa von Poli so besonders. Da nur frisch gekelterter Trester verarbeitet wird, beschränkt sich die Brennzeit auf die Monate der Weinlese in Venetien, also von Anfang September bis Anfang November. Und das Heizen der einzelnen Kessel mit Wasserdampf geht langsamer, ist schonender und dauert länger als in modernen, kontinuierlich arbeitenden Industrieanlagen, die inzwischen über 80 Prozent aller Grappe erzeugen.
Das Ergebnis sind bei Poli hocharomatische und dennoch milde Grappe mit Noten von Früchten, Gewürzen, Kräutern und Blumen, je nach den verwendeten Rebsorten und der Reifung in Tanks oder besonderen Fässern, in denen vorher zum Beispiel Sassicaia-Wein, Niepoort-Portwein, Clément-Rum oder Sherry von Williams & Humbert lagerten.
Information
Poli Distillerie, Via Marconi 46, I-36060 Schiavon (VI), Tel. 0039/0444/66 50 07
Museo del Grappa, Via Gamba 6, I-36061 Bassano del Grappa (VI), Tel. 0039/0424/52 44 26, www.poligrappa.com