Woher kommen die Unterschiede? Das fängt bei der Auswahl der Gerste und dem Malzen an. Die Gerste wird in Wasser eingeweicht und so zum Keimen gebracht. Durch Trocknen über einem Feuer, dem unterschiedliche Mengen von Torf hinzugefügt werden, kommt der Keimungsprozess zum Stillstand. Ein leicht torfiger Geschmack lässt sich denn auch beim Genuss des Whiskys ausmachen. Das gemahlene Gerstenmalz kommt in große Kessel (mash tun), in denen der Zucker ausgewaschen wird, und vergärt dann in großen Behältern (wash backs) mit Hilfe von warmem Wasser und Hefe zu einer Art Bier. Die Art der Hefe und die Dauer des Maischens haben ebenfalls Einfluss auf den Geschmack des späteren Whiskys. Entscheidend ist auch das verwendete Wasser. Viele Destillerien nehmen sehr weiches Wasser, andere wie Glenmorangie schwören auf hartes, mineralreiches Quellwasser.
Zwischen 40 und 72 Stunden benötigt die Maische, um den Zucker in Alkohol zu verwandeln. Die fertige Maische (wash) ist jetzt reif für die Destillation. Auch wenn alle Brennkessel (pot stills) aus Kupfer gefertigt sind, hat die Form der Brennblase einen nicht zu unterschätzenden Anteil am Geschmack. Das Ergebnis des zumeist zweimaligen Destillierens ist ein farbloser, rund 70prozentiger Sprit, der erst nach jahrelangem Reifen in gebrauchten Eichenfässern Farbe und Geschmack bekommt. Die Art der Fässer – meist ehemalige Bourbon-Fässer aus amerikanischer Eiche, aber auch Sherry-, Port- und Madeira-Fässer – hat entscheidenden Einfluss auf den Geschmack des Whiskys. Das gilt auch für den Ort und die Dauer der Lagerung der Fässer. Am Meer gereifter Whisky riecht und schmeckt anders als einer aus dem Hochland. Die letzte persönliche Note erhält ein Single Malt durch das „Blending“, die Vermählung unterschiedlicher Jahrgänge zu einem Whisky, wobei ausschließlich das Alter des jüngsten der verwendeten Whiskys auf dem Etikett vermerkt ist.