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TRINKGESCHICHTE
Impression von Südafrika
Südafrika – Kap der guten Weine
Der Weinanbau hat in Südafrika Tradition. Als Kapstadt 1652 gegründet wurde, pflanzte sein erster Gouverneur, der holländische Arzt Jan van Riebeeck, die ersten Reben. Mit dem Ende der Apartheid 1991 begann am Kap der Guten Hoffnung eine neue Ära des Weinbaus. Heute gehören die hier produzierten Shiraz, Merlot, Cabernet Sauvignon und Chardonnay mit zur Weltspitze.


350-jährige Geschichte

Südafrika steht heute an achter Stelle der weinproduzierenden Länder – bei einem Prozent der Weltrebfläche. Tendenz steigend. Die rund 350-jährige Geschichte des Weinbaus in Südafrika ist gekennzeichnet von Höhenflügen und Tiefschlägen: Mit den eingewanderten Hugenotten aus Frankreich begann Ende des 17. Jahrhunderts die Blütezeit der Kapweine. Ende des 18. Jahrhunderts war der noch heute gekelterte Dessertwein „Vin de Constantia“ für Europas Adel das Feinste vom Feinsten. 1811 wurden Qualitätskontrollen für den Export entwickelt. Als die Engländer 1825 hohe Zölle auf französische Weine erhoben, gelangten fast über Nacht bedeutende Mengen roter und weißer Weine auf die Insel. Mit der Abschaffung der Sklaverei 1834 und der Aufhebung der Zölle auf französische Weine 1861 begann der Niedergang der südafrikanischen Weinwirtschaft. Die Reblausplage Anfang des 20. Jahrhunderts gab ihr den Rest. Die Anpflanzung ertragreicherer und reblausresistenter Weinsorten führte auf Grund der fruchtbaren Böden in den nächsten Jahrzehnten zu einer gewaltigen Überproduktion. Zur Stabilisierung und Kontrolle des Weinmarktes wurde deshalb 1918 die Winzergenossenschaft KWV (Kooperatiewe Wijnbouwers Vereeiniging) gegründet, ein Zusammenschluss von Weinbauern mit dem Ziel der gemeinsamen Weinproduktion und -vermarktung. Die KWV erhielt die gesetzliche Vollmacht, Produktionsmenge und Traubenpreise festzulegen. Das förderte vor allem die Produktion billiger Massenweine, die zu Brandy verarbeitet wurden.

Morgenröte am Horizont

Nach Jahren der Stagnation und Massenproduktion in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhundert kam mit dem Ende der Apartheid neuer Schwung in die Weinproduktion. Die KWV wurde privatisiert, die rund 5000 Genossen sind jetzt Aktieninhaber, zahlreiche neue Weingüter wurden gegründet, alte mit Know-how und Kapital aus Europa und Amerika auf den neusten Stand gebracht. Dabei hat sich auch die KWV Dank ihres Kellermeisters Kosie Möller zum Top-Weingut entwickelt. Vor allem dessen „Cathedral Cellar“-Weine heimsen auf internationalen Verkostungen immer wieder Auszeichnungen ein. Der Anteil der weißen Rebsorten liegt bei 80 Prozent, die verbreitetste Rebsorte ist Chenin blanc, aus der ausdrucksvolle, körperreiche Weißweine gewonnen werden. Ihr Anteil nimmt jedoch derzeit ab, zugunsten von Chardonnay und Sauvignon blanc, die international gefragter sind. Die bevorzugten roten Rebsorten sind Cabernet Sauvignon und Cinsaut fälschlicherweise als Hermitage bezeichnet. Hinzu kommen in letzter Zeit vermehrt Shiraz und Merlot. Ein echtes Unikum in Südafrika ist die Pinotage-Rebe – 1925 aus dem „edlen“ Pinot noir und dem „bürgerlichen“ Cinsaut gezüchtet. Die aus ihr gewonnenen Weine erfreuen sich auch international zunehmender Beliebtheit. Sie sind dunkelrot und kraftvoll-aromatisch, vollmundig, würzig und langlebig, mit unbändiger Fruchtigkeit und kräftigen Tanninen.


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