Auf Platz eins der Beliebtheitsskala in Deutschland hält sich seit Jahren das natürliche Mineralwasser. 132 Liter trinkt davon jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr. Das Wasser enthält von Natur aus wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente und bildet sich in vielen Jahrzehnten aus dem Regen, der durch Erd- und Gesteinsschichten sickert und somit auf natürliche Weise gereinigt wird. Für natürliches Mineralwasser gelten strenge Reinheitsauflagen. Es darf ausschließlich am Quellort abgefüllt werden und muss als eines von wenigen Lebensmitteln in Deutschland amtlich zugelassen werden.
Deutsches Leitungswasser hingegen besteht aus Grundwasser und Oberflächenwasser, das zum Beispiel aus Flüssen und Seen stammt. Seine Qualität ist deshalb von Ort zu Ort unterschiedlich. Bei der Aufbereitung sind eine Vielzahl von chemischen Reinigungsverfahren und Hilfsstoffen zugelassen. Regelmäßige Kontrollen sorgen dafür, dass das Leitungswasser in Deutschland zu den besten der Welt zählt.
Tafelwasser wird aus Leitungswasser oder natürlichem Mineralwasser hergestellt. Daneben dürfen noch Zutaten wie Meerwasser, Mineralsalze und Kohlensäure verwendet werden. Manchmal sind auch weitere Filtrationsschritte und eine zusätzliche Entkeimung notwendig, um es in Flaschen abgefüllt auf den Markt bringen zu können.
Das Quellwasser ist das vierte Familienmitglied und stammt wie Mineralwasser aus unterirdischen Wasservorkommen, muss im Gegensatz dazu aber nicht ursprünglich rein sein. Wie auch beim Leitungswasser können zugelassene chemische Hilfsmittel bei der Aufbereitung verwendet werden.
Den höchsten Ansprüchen hat das Heilwasser zu genügen. Es darf nur aus speziellen Heilquellen stammen und unterliegt besonders strengen Gesetzen. Denn Heilwässer gelten als Arzneimittel und müssen daher wie Arzneimittel zugelassen werden. Der Anwendungsbereich von Heilwässern wird auf dem Etikett angegeben.
Wässer für Weinschmecker
Zum vollkommenen Weingenuss gehört ein gutes Wasser. Aber Wasser ist bekanntlich nicht gleich Wasser. Jede Sorte schmeckt anders und hat dadurch auch Einfluss auf die Geschmacksempfindungen beim Wein.
Eine wichtige Rolle spielt hier die Kohlensäure. Sie wirkt geschmacksverstärkend und betont die Gerbstoffe und Säuren des Weins. Je stärker ein Wasser sprudelt, umso intensiver wirkt der Geschmack des Weins. Der Kohlensäuregehalt sollte darum individuell auf den Wein abgestimmt sein: leichte Weine mit wenig Säure und floralen Noten gewinnen durch die Kohlensäure, kräftige, schwere und tanninreiche (rote) Weine harmonieren besser mit wenig Kohlensäure.
Zweiter wichtiger Faktor ist die Mineralisation des Wassers, d. h. der natürliche Gehalt an gelösten Mineralstoffen wie Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium. Auch hier gilt: Je weniger, desto besser – für den Weingenuss. Ein gutes Wasser sollte sich neutral gegenüber Essen und Wein verhalten. Leitungswasser harmoniert – zumindest in Deutschland – auf jeder Speisetafel.
Auch Mineralwasser hat ein Haltbarkeitsdatum
Natürliches Mineralwasser ist grundsätzlich unbegrenzt haltbar und wird durch die Kohlensäure zusätzlich frisch gehalten. Der Gesetzgeber verlangt jedoch generell für alle Getränke mit weniger als zehn Prozent Alkoholgehalt die Angabe eines Mindesthaltbarkeitsdatums. Meistens liegt dieses bei etwa zwei Jahren nach Abfüllung.