Wein
Preis in EUR
Rebsorte(n)
Herkunftsland und Anbaugebiet
passende Speisegrundlage
passt zu folgenden Speisen

Kirschrot im Glas mit intensiven Aromen von Schwarzen Johannisbeeren, Kirschen und Zwetschgen und einem Hauch von Vanille und Schokolade. Am Gaumen weich und geschmeidig mit vollmundigen Beerenaromen.
Dieser charakterstarke Wein ist ein Musterbeispiel für einen handwerklich gut gemachten Corbières mit Schliff. Die Barriques werden regelmäßig erneuert, um die besten Weine darin auszubauen. Die „Sélection spéciale“ erhält dadurch neben Fruchtigkeit auch Komplexität mit Raucharomatik und Vanilletöne.
„Er hört am liebsten Musik von Johann Sebastian Bach. Das Château seiner Familie wirkt mit seiner gelben Patina, den stillen Teichen und der alten Orangerie zeitlos. Und im Innern ist die Vergangenheit sowieso präsenter als die Gegenwart. Das Interieur gleicht einer Schwarzweißfotografie aus einem alten Familienalbum.
Die Urgroßmutter, die das Gut nach dem frühen Tod ihres Mannes während 30 Jahren alleine geführt hat, ist als lebensgroße Büste anwesend. Und selbstverständlich spricht er seine Mutter mit einem förmlichen «Sie» an. Louis Fabre sieht sich als Hüter einer langen Tradition. Mindestens zwölf Generationen seiner Familie haben schon vor ihm im kleinen Languedoc-Dörfchen Cruscades, das unweit von Narbonne zwischen den Flüssen Aude und Orbieu liegt, gewohnt und Wein angebaut.
Doch der Schein trügt. Denn Louis Fabre ist auch ein Wein-Revolutionär. «Wiederaufforstung der Rebberge» heißt sein jüngstes Projekt. Auf vier Hektar hat er zwischen den Rebzeilen wieder Apfel- und Seidenbäume gepflanzt, so wie es früher üblich war. Die Bäume sind ein idealer Lebensraum für verschiedenste Nützlinge und fördern das ökologische Gleichgewicht im Rebberg.
Louis Fabre hat seinen Betrieb, der stolze 111 Hektar Reben umfasst, schon 1992 auf kontrolliert biologischen Anbau umgestellt. Der studierte Agronom hatte rasch erkannt, dass die Voraussetzungen im Languedoc dazu ideal sind. Das Klima ist heiß, die jährlichen Niederschläge sind mit rund 500 Millimeter (pro Hektar im Jahr) vergleichsweise gering. Und wenn es mal regnet, dann trocknet der vorherrschende Nordwestwind, der Cers, die Reben schnell wieder ab. So ist die Bedrohung durch Fäulnis und Pilzerkrankungen gering.
Der Winzer, der mit seinem quirlig-heiteren Auftreten ausgesprochen jugendlich wirkt, geht seinen eigenen Weg zwischen Tradition und Moderne. Das zeigt sich besonders klar bei der Wahl der Rebsorten. Während andere ihre Carignan-Reben kurzerhand rodeten und sie mit vermeintlich «trendigeren» Gewächsen wie Merlot oder Syrah ersetzten, glaubt Louis Fabre an diese klassische Languedoc-Sorte. «Vor allem Carignan-Weine von alten Reben zeigen enorm viel Charakter», sagt er. Ihren Charme entfalte die Sorte dagegen am ehesten in Verbindung mit der ebenfalls alteingesessenen Grenache.
Dass er mit diesem Urteil richtig liegt, beweist er etwa mit seiner Sélection spéciale. Die Cuvée aus Carignan, Grenache und Mourvèdre ist der Inbegriff eines südlichen Verführers mit dunkelbeeriger Frucht, begleitet von Noten nach Vanille und Gewürz. Andererseits experimentiert Château Coulon aber auch schon seit langem mit neuen Sorten. Ein besonderer Schatz sind etwa die 40-jährigen Syrah-Reben. In den letzten Jahren wurden auch Merlot, Viognier, Chardonnay und Sauvignon Blanc angepflanzt. Auch sie haben sich im Midi erstaunlich gut eingelebt und das Spektrum der Weine auf faszinierende Weise erweitert.
Noch vor 25 Jahren wurde in Château Coulon kein Wein abgefüllt. Der ganze Jungwein wurde per Tanklastwagen nach Bordeaux gebracht und von dort in alle Himmelsrichtungen verkauft. Lediglich für den Hausgebrauch behielt man etwas Wein aus den besten Fässern zurück. Ein Qualitätsdenken im heutigen Sinne gab es nicht: «Mein Großvater gab mir einmal einen überaus geschmeidigen Merlot zu trinken, der in unserer Spitzenlage «Les Étages» gereift war. Während ich diesen Wein genoss, erzählte mir Grandpapa, dass er diese Merlot-Rebstöcke ausreißen werde, weil sie zu wenig Ertrag ergäben», erinnert sich Louis Fabre. Wenn er die Episode erzählt, scheint es, als schmerze ihn der Verlust dieser Reben heute noch.
Sein Vater André war es schließlich, der die Weichen in Richtung Qualität stellte. 1985 wurde erstmals ein Teil der Ernte im Château abgefüllt und verkauft. Louis Fabre ist diesen Weg konsequent weitergegangen. Heute beweisen seine Weine eindrücklich, warum das Languedoc als die Wein-Schatzkammer in Frankreichs Süden gilt.“ (Delinat)
Alkoholgehalt: 13,5 % Vol., Gesamtsäure: 5,8 g/l, Restzucker: 0,9 g/l, Trinktemperatur: 16–18° C, Verkostungsdatum: 14. 8. 2007
ca. 6 Euro

