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Helbing
Er gilt als das heimliche Nationalgetränk Hamburgs – und feiert in diesem Jahr seinen 175 Geburtstag. Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit und ihren eher deftigen Gerichten hat auch der Helbing Kümmel Hochsaison.
Am 14. Februar 1836 gründete der damals 29-jährige Johann Peter Hinrich Helbing in einer ehemaligen Walkmühle in Wandsbek (heute ein Stadtteil im Osten Hamburgs) die Helbingsche Dampf-Kornbrennerei.
Wo vormals Stoff veredelt wurde, floss nun klarer Schnaps aus einem Destillationsapparat. Aber nicht irgendein Fusel, sondern ein mit Kümmel aromatisierter Kornbrand, dessen Rezept Johann Peter Hinrich persönlich entwickelt hatte und das bis heute ein Geheimnis ist.
Schnell wurde der „Köm“, wie man den Aquavit in Norddeutschland nennt, über die Grenzen Wandsbeks berühmt.
Als Johann Peter Hinrich Helbing 1857 starb, kümmerte sich seine Witwe Anna Catherina Hinsch mit ihren acht Kindern um die Brennerei. 1861 übernahm der zweitjüngste Sohn, Christoph Heinrich, den kleinen Betrieb mit fünf Mitarbeitern – und baute ihn zu einer großen Spirituosenfirma aus.
Nach dem Tode von Christoph Heinrich Helbing im Jahre 1886 führten seine Frau Sophie Margarete Agnete, der älteste Sohn und zwei Schwiegersöhne das Unternehmen weiter und machten es mit knapp 400 Mitarbeitern zum größten Spirituosenhersteller im Deutschen Reich.
Vier Jahre lang blieb die Betriebsführung in den Händen der Familie, 1892 wurde die Firma Heinrich Helbing in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die folgenden rund 70 Jahre standen im Zeichen des Wandels und der Erweiterung, an dessen Höhepunkt die Deutsche Hefewerke GmbH stand, einer der größten Hefeproduzenten der Bundesrepublik.
Am 20. Mai 1974 wurde die traditionsreiche Destillerie wieder zum Familienunternehmen: Familie Matthiesen, Inhaber des Hamburger Spirituosenhauses Borco-Marken-Import, übernahm Helbing und garantierte damit bis heute den Fortbestand von „Hamburgs feinem Kümmel“.
Text: Rainer Meier
Weitere Informationen über Helbing unter www.helbing-kuemmel.de